Freitag, 7. April 2017

[BUCHREZENSION] Taintless: Blindes Vertrauen



Im Jahr 2171 ist die Welt nahezu unbewohnbar. Nur hinter einer unüberwindbaren Mauer haben die letzten Menschen Zuflucht gefunden: in der „Kolonie“, aufgeteilt in Gilden und Elite. Die 17-jährige Summer fiebert dem Tag der Auswahl entgegen, dem einzigen Ausweg aus ihrem Leben in der Gilde. Denn obwohl dies der letzte sichere Zufluchtsort auf Erden ist, fühlt sich Summer wie im Gefängnis. Sie ist nicht geschaffen für ein eintöniges Dasein. Sie will raus! Als der geheimnisvolle Clay in ihrer Schule auftaucht, ist es um sie geschehen. Clay kommt aus der Elite, genau dort will sie hin. Doch was ist mit Will, den sie schon ihr Leben lang kennt …? Hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen beginnt sie zu zweifeln: Wem kann sie trauen? Ist die Elite wirklich die perfekte Spaßgesellschaft, die sie zu sein vorgibt? Und was liegt eigentlich auf der anderen Seite der Mauer? Summer findet eine Wahrheit, die sie mehr kosten wird als nur ein gebrochenes Herz …

► Deutsche Originalausgabe ► Autor/in: Annie Mae Gold  ►Taintless, Band #1 
► Verlag: Stand-Up Publishing ► Seiten: 488 ► Taschenbuch - 14,99€ 
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Auf Taintless bin ich durch die Autorin selber gestoßen, denn davor hatte ich noch nicht von dem Buch gehört. Mal wieder eine Dystopie? Ja, gerne. Entschieden, gelesen. Das Buch spielt im Jahre 2171, die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr. Stattdessen gibt es ein vorherrschendes System, bei dem die Menschen in Kolonien leben und in Gilden arbeiten, in denen sie ihre Fähigkeiten (keine übernatürlichen!) einsetzen können, um das Wohl der Gemeinschaft zu stärken. Immer wieder finden Prüfungen für die neue Generation statt, in der entschieden wird, ob jemand zur "Elite" darf oder ganz normal in einer der "Gilden" arbeiten soll. Unsere Protagonistin hat sich von Anfang an in den Kopf gesetzt in die "Elite" zu kommen. Denn die wenigen Auserwählten dort sind frei von vielen Gesetzen und Regeln und Summer wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Freiheit ...

Was ich schon mal zu Beginn sehr cool fand war, dass Summer selber in die Elite möchte - von ganz allein. Sie wird hier zu nichts gezwungen, kämpft sogar für ihren Traum. Das System im Buch war auch sehr ausgeklügelt und bricht mit den üblichen Klischees. Darf z.B. jemand in die Elite, so geht auch dessen Familie mit dort hin. Überhaupt fand ich es erfrischend zu sehen, dass eine Familie auch in einer Dystopie funktionieren kann. Summer hat einen Vater und Bruder, die sie beide sehr liebt und die eine große Rolle im Buch spielen. Dadurch hatte ich gleich das Gefühl einen echten Menschen vor mir zu wissen. In der Geschichte wird viel gezeigt, wie Summers Beziehung zu ihrer Familie aussieht - und sie hat auch Freunde, die ihr trotz ihres Wunsches zur Seite stehen. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen und konnte viele Pluspunkte sammeln. Summer selbst mochte ich auch. Sie ist ehrlich, direkt, intelligent und steht für sich und andere ein, ohne dabei einen auf Rebellin zu machen. Außerdem lässt sie auch Gefühle zu - romantische, traurige, eben alles, was man so durchlebt und das ganz ohne Drama um ihre Entscheidungen - TOLL!

Was mich ein wenig gestört hat war vor allem, dass der Anfang des Buches doch einigen bekannten Romanen ein wenig ähnelt. Besonders die ganze Kennenlern-Geschichte zwischen Summer und ihrem Love-Interest war ein bisschen Twilight, mit den typischen Szenen von "sie schätzt ihn falsch ein", bis hin zu "er hat ein Geheimnis." Clay, der wahnsinnig gut aussieht und direkt alle umhaut und sich nur für die interessiert ... ich muss dazu aber auch sagen, dass man rasch merkt, dass Clay ein gutherziger junger Mann ist, den man auf den ersten Blick etwas falsch einschätzt. Er behandelt Summer gut, er ist für sie da und die Beziehung der beiden baut sich langsam über die Story hinweg auf. Außerdem gibt es Clay betreffend auch so eine richtige krass-gute Schockwende! Kitschig wird es wirklich zu keinem einzigen Zeitpunkt - Hurra!

Mich konnte TAINTLESS auch sonst sehr gut unterhalten. Es ist nicht die übliche Dystopie, wo Rebellen die Regierung stürzen wollen, sondern vielmehr ein Buch, in dem Geheimnisse und finstere Machenschaften Schatten über die Welt werfen - und Summers Vater scheint selbst etwas zu verbergen, das Summers Leben für immer verändern wird. Gerade durch die ruhige Atmosphäre ist viel Zeit für Zwischenmenschliches - man lernt Welt, Figuren usw. bestens kennen, fühlt sich auch sehr wohl in dem Szenario, dass Annie Mae Gold erschaffen hat. Gleichzeitig ist da dieses ungute Gefühl, dass vieles nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach und nach begibt man sich mit Summer auf eine Suche, die den Blickwinkel auf so ziemlich alles über den Haufen wird. Hier gab es viele Wenden und Momente, die mich überrascht haben und auch einiges an spannenden Szenen, die mich an die Seiten fesselten. BAM! Und plötzlich ging es rund und ich saß mit offenem Mund da und dachte nur: Gott, was passiert da gerade? Die Autorin hat geschickt Hinweise in die Handlung eingeflochten, die immer wieder neue Rätsel aufwerfen ... 

Das Ende des Buches lässt noch ein paar Sachen offen und ich bin gespannt, wie es mit Summer weitergehen wird. In den letzten Kapitel baute sich ein spannendes Finale auf, bei dem man Antworten geliefert bekam, einem aber auch das Herz gebrochen wurde ...

Der Schreibstil der Autorin ist übrigens sehr flott und temporeich, ohne sich dabei in Details zu verlieren. Obwohl der Roman über 400 Seiten hat, liest man sich echt schnell durch und es kommen selten Längen auf. Es gab auch einige echt schöne Metaphern. 


Taintless - Blindes Vertrauen ist eine tolle Mischung aus Dystopie, Spannung und Romance. Die Grundstimmung des Buches ist eher ruhig und konzentriert sich viel auf die Figuren, aber durch kleine Höhepunkte in der Handlung wird es immer mal wieder spannend. Besonders das Ende überzeugt mit überraschenden Wenden. Dazu kommt, dass die Protagonistin sympathisch und taff ist und man sich prima mit ihr identifizieren kann. Empfehle ich weiter! 


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