Montag, 13. Februar 2017

[BUCHREZENSION] Ich wollte nur, dass du noch weißt ...



Die Social Media-Sensation aus den USA! Bisher unveröffentlichte Beiträge des beliebten Tumblr-Blogs Dear My Blank werden in diesem einzigartigen Geschenkbuch vereint. Die liebevollen Illustrationen, das wunderschöne Handlettering und die zutiefst bewegenden Worte machen diese Sammlung zu einem ganz besonderen Jugendbuch, das lange im Gedächtnis bleiben wird.

In ihrem Tumblr-Blog Dear My Blank postet die 16-jährige Emily Trunko anonyme Briefe, Nachrichten und E-Mails der mehr als 35.000 Leser ihres Blogs, die eigentlich nie versendet werden sollten: herzzerreißende Liebesbriefe, zutiefst traurige Abschiedszeilen und auch Worte voller Hoffnung. Diese Texte zeigen, dass wir mit unseren Problemen nicht allein sind, und geben uns den Mut, unseren eigenen Brief vielleicht doch noch zu verschicken.

► Herausgeberin: Emily Trunko ► Illustratorin: Lisa Congdon & typealive ► Übersetzerin: Nadine Mannchen  Genre: Brief-Buch ► Verlag: Loewe ► Seiten: 192 
► Gebunden, mit Lesebändchen - 14,95€ ► Kaufen: bei Amazon /beim Verlag



Nie verschickte Briefe ... und aus denen ist ein Buch entstanden, funktioniert das überhaupt? Das habe ich mich gefragt, als ich das erste Mal von "Ich wollte nur, dass du noch weißt ... " gehört habe. Die Idee entstand vor langer Zeit auf dem Tumblr Account eines jungen Mädchens, Emily Trunko, welche ihre Leser dazu aufforderte ihr nie veröffentlichte Briefe zu schicken. Sie selbst führt ein Buch mit solchen Briefen, die ihr helfen mit persönlichen Erfahrungen umzugehen. Was danach kam war ein Internet Phänomen, das auch mich in seinen Bann ziehen konnte. 

Ich habe mir eigentlich gar nicht so viel vom Buch erwartet. Etwas Inspiration und Gefühl, hübsch verpackt hinter dem schicken Cover. Bekommen habe ich beim Lesen aber einiges mehr. Dieses Brief-Buch ist nichts, was man "mal eben so" weg liest. Man braucht etwas Zeit dafür, muss manchmal auch in der Stimmung sein, in die Gedanken anderer Menschen eintauchen zu wollen und so habe ich jeden Tag ein bisschen darin gelesen, ehe ich auf der letzten Seite ankam. Das Besondere an diesem Buch ist die Erkenntnis: Im Grunde sind wir alle gleich. Wir leben unter dem selben Himmel, atmen dieselbe Luft und spüren Emotionen, die einander ähneln. Und das hat etwas sehr Tröstliches an sich. Im Buch gibt es verschiedene Kategorien, wie z.B. Verlust, Liebeskummer, Familie, Freundschaft und dementsprechend sind auch die Briefe zu diesen Themen geordnet. 

Wie das bei so einer Art Sammlung ist, konnten mich viele Dinge berühren und wieder andere habe ich nicht verstehen können. Der Großteil der Briefe hat mich jedoch gepackt. Es gibt Briefe über kaputte Freundschaften, Zukunftsängste, Wut im Bauch, beendete Beziehungen, gebrochene Herzen und Menschen, die für immer verloren sind. Besonders ein Brief am Ende hat mich regelrecht zum Weinen gebracht. Wenn man all die Worte dieser Leute liest, die einem so fremd sind, löst das unweigerlich etwas in einem aus. Man hinterfragt Sachen, erkennt sich in Gefühlen wieder und lernt aus der ein oder anderen Sache sogar etwas - wenn man bereit ist sich auf die Erlebnisse einzulassen. 

Ich habe mein Buch mit dutzenden Post-It zugekleistert, damit ich zu meinen liebsten Stellen zurückfinden kann, weil ich mir sicher bin, dass ich öfter in dieses Buch schauen werden, um mir zu zeigen, dass das Leben für viele die gleichen Wenden bereithält. 

Dazu kommt noch, dass das Buch auch etwas fürs Auge bietet. Jede einzelne Seite ist hübsch gestaltet, mit eigener Illustration und schöner Typografie. So ist das Umblättern selbst eine Kunst und man ertappt sich dabei, wie man auf einigen Seiten einen Augenblick länger verweilt, um die Details in sich aufzusaugen, die sich einem bieten. So wird auch noch mal mehr der Eindruck vermittelt, dass man tatsächlich Briefe vor sich hat. Denn so facettenreich die Gedanken und Gefühle von Emily Trunkos Lesern und Leserinnen sind, so außergewöhnlich abwechslungsreich sind die Briefe vom Verlag auch in Szene gesetzt.

Es fällt mir auch recht schwer, das Buch zu bewerten, denn wie soll man echte Briefe von echten Menschen bewerten? Das ist irgendwie anmaßend. Ich fand das Buch jedenfalls wundervoll, gab es auch Kategorien wie das ganze Liebesgedöns, für das ich mich nicht so erwärmen könnte :P Ich bin mir aber sicher, in diesem Buch steckt irgendwo ein Brief, der eurer Herz erreicht und euch von innen heraus ein bisschen Wärme schenken wird!


Ich wollte nur, dass du noch weißt ... ist eine schöne Ansammlung recht unterschiedlicher Briefe, die sich auf all die Themen beziehen, die uns im Verlauf unseres Lebens einmal selber beschäftigen. Es ist tröstend, amüsant und manchmal auch sehr traurig diese Gedanken fremder Menschen zu lesen, aber vor allem berührend und inspirierend!


1 Kommentar:

  1. Hey,

    schöne Rezension :)
    Ich werde mir das Buch bald zulegen. Finde die Idee dahinter total süß :)
    LG Lena

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