Sonntag, 7. Februar 2016

[BUCHREZENSION] Und er steht doch auf dich


Titel: Und er steht doch auf dich
OT: The Fine Art Of Pretending
Autor/in: Rachel Harris
Genre: YA Contemporary
Buchreihe: The Fine Art Of Pretending #1
Zur Verlagsseite:




Bestsellerautorin Rachel Harris schreibt humorvolle Liebesgeschichten, die jeden zum Dahinschmelzen bringen. Große Emotionen und überzeugende Beziehungen bilden die Grundlage für ihre Bücher … und Küsse. Viele Küsse.



Deutsch
Taschenbuch/ 9,99€
Seiten: 400
Verlag: cbt


Englisch
Taschenbuch/ 9,50€
Seiten: 306
Verlag: Spencer Hill






Sehr enttäuschende Umsetzung...


Kurzbeschreibung

Aly will endlich weg von ihrem Kumpel-Image. Ihr Ziel: Justin Carter erobern, den heißesten Typen der Schule, und mit ihm zum Homecoming Ball gehen. Also wird die Operation Sex-Appeal gestartet. Dazu gehört auch die gefakte Beziehung mit Brandon, Alys bestem Freund. Und tatsächlich beginnt Justin sich für Aly zu interessieren. Nach der »Trennung« von Brandon kommen Aly und Justin auch wirklich zusammen. Aber ist es wirklich Justin, den Aly will? Denn eigentlich haben sich Aly und Brandon längst unsterblich ineinander verliebt. Doch zuzugeben, dass sie mehr füreinander sind als nur Freunde, ist gar nicht so leicht …
Buchgestaltung
Ich mag es immer, wenn Original Cover übernommen werden und daher finde ich das deutsche (wie eben das englische) sehr niedlich und es passt auch ganz gut zu Geschichte, wie ich finde. Bei Contemporary ist das ja allgemein nicht so schwierig, etwas sommerliches und niedliches zu schaffen :D Den deutschen Titel mag ich übrigens lieber! Er fängt die Thematik des Buches zwischen Freundschaft VS Romantik sehr gut ein.
Meinung

Das Buch hatte eine Grundidee, die nicht neu ist.
Das Buch hatte Figuren, die austauschbar waren.
Das Buch hatte nicht das gewisse Extra.

ABER, das Buch hätte gut sein können. Niedlich. Amüsant. War es manchmal auch.

Als ich angefangen habe "Und er steht doch auf dich" zu lesen, hatte ich schon direkt so ein paar Gedanken, die in etwa in diese Richtung gingen: will die Autorin mich verarschen? Ich meine, von der Synopsis des Buches her erwartet man ja eine Protagonistin, die unsicher ist und sich äußerlich ändern möchte, damit sie eben was aus sich "herausholt"...eine gewisse Oberflächlichkeit bringt diese Thematik durchaus mit sich und darauf war ich auch gefasst. Je länger ich an dem Roman gelesen habe, umso schneller wurde mir aber klar, dass ich ziemlich vergebens auf DEN Wendepunkt warte. Nämlich den, an dem die liebe Aly erkennt - hey, Schönheit kommt von innen. Das war echt deprimierend, wenn ich ehrlich sein soll. Ständig wird betont wie gut Aly aussieht, wie SEXY sie ihr neuer Look macht und wie wunderbar der funktioniert, denn ALLE fliegen auf sie.

Ich fand das fürchterlich. Ich wollte manchmal weinen. Ja, weinen.

Brandon, Alys bester Freund fängt erst an etwas "mehr" in Aly zu sehen, nachdem er ihr auf die sexy langen Beine im Minirock gegafft hat. Es wird zwar immer betont, wie deutlich doch alle außer den beide wussten, dass sie füreinander bestimmt sind, aber davon habe ich nichts gemerkt. Stattdessen musste man sich bei jedem Blickwechsel geben, wie HOT und SEXY Alys neuer Look ist und wie leicht es ihr auf einmal fiel alles durchzuziehen, vor dem sie sich vorher gefürchtet hat. Schüchternheit? Ängste? Selbstbewusstseins-Problem? Der magische Minirock und der ultra-knappe Zauber-Bikini haben da schnell Abhilfe geschafft. Das war mal ein Buch, wo die Protagonistin im Gegensatz zu ihren BFFs "ge-slut-shamed" wurde. Aber hallo. Richtig fett.

Und dann die Klischees. Vielleicht sollte ich solche Geschichten nicht mehr lesen, aber meine Fresse, der halbe Plot hängt mir echt zu den Ohren raus. Immer wieder dasselbe und dasselbe und dasselbe. Ich habe die Freundschaft zwischen Aly und Brandon nicht verstanden. Ich habe einfach nicht "dieses Gefühl" gehabt, sie zu mögen, sie verstehen zu können. Brandon war noch ganz okay, ich mochte ihn irgendwie, aber Aly? So blass wie ein weißes Blatt Papier. Was weiß ich schon über sie? Sie hat eine Schwester und kann singen...ja, das Mädel bleibt mir sicher ewig im Gedächtnis!

Dabei gab es gute Momente, ja wirklich! Es gab sie, diese zuckrig-süßen-Marshmallow-Momente, die ich aus dem Buch schneiden und in eine Dose tun wollte. Ich hab da schon 1-2 mal geseufzt und die Küssen zwischen Aly und Brandon war auch niedlich. Leider reicht so ein Bruchstück von "fand ich gut" nicht aus, um mich von einer ganzen Story zu überzeugen. Schlimm war auch das endlose Hin - und her, was ich kaum nachvollziehbar fand. Ich habe schon Geschichten über Freunde gelesen, die sich ineinander verlieben. NATÜRLICH gibt es Missverständnisse, es gibt seltsame Momente, man hat Angst sich zu überwinden und über Gefühle zu reden ist scheiß schwer - JA! Aber so was ne...Sinn komm raus, du bist umzingelt! Nein? Na gut, dann bleib der Story halt fern.

Entweder bin ich zu alt und Contemporary Bücher werden immer blöder.


Ich schätze mal, wenn man sehr wenig Erfahrung mit YA Contemporary hat, dann wird einem das Buch viel mehr Freude bereiten, als etwas kritischeren Leserinnen, wie mich xD Mein größtes Problem lag an der Oberflächlichkeit und den Äußerlichkeiten, auf die in meinen Augen extrem viel wert gelegt wurde und den übermäßig vielen Klischees, die in keinster Weise ausgelassen wurden. Für mich bot das Buch leider null Originalität oder Überraschung, weshalb der Unterhaltungs-Faktor gegen Null ging :( Allerdings ist der Schreibstil sehr flüssig und das Buch an sich, bestimmt nicht unterirdisch...okay, es fällt mir wirklich schwer, etwas Nettes aus der Story rauszupressen :P


Kommentare:

  1. Ich mochte das Buch eigentlich, obwohl ich anfangs dachte, ich würde es überhaupt nicht mögen. xD Ich fand es aber dann gar nicht mal so klischeehaft umgesetzt (auch wenn das Grundprinzip natürlich klischeehaft war), gerade in Bezug auf Justin.
    Dein Argument in Bezug auf diese Reduzierung auf Äußerlichkeiten kann ich nachvollziehen, ich fands auch erst wenig moralreich. Allerdings frage ich mich, ob es nicht doch realistisch ist und somit traurige Wahrheit.
    Allerdings hätte die Moral letztendlich doch ein bisschen mehr herausgearbeitet werden können, das stimmt schon.
    Dennoch kam bei mir der Niedlichkeitsfaktor mehr an.

    Ich hoffe, das nächste Contemporary-Buch kann dich wieder mehr überzeugen. ;)

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Ich war da irgendwie etwas mieseptrig bei dem Buch! xDD Manchmal schwingt dann auch noch so ne "bestimmte Stimmung" mit und ich hatte bei dem Buch einfach keinerlei "Vibe" :( Eine Freundin von mir mochte es aber auch sehr gerne, deshalb verstehe ich auch deine Seite :-D

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