Mittwoch, 26. August 2015

[BUCHREZENSION] Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist


Titel: Hellhole – Wenn der
Teufel bei dir los ist
OT: Hellhole
Autor/in: Gina Damico
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Einzelband
Zur Verlagsseite:










Gina Damico wuchs in Syracuse, New York auf. Sie studierte Dramaturgie und Soziologie am Boston College, wo sie Comedy-Improvisationstheater spielte. Später fesselten Damico phantastische Stoffe, und sie wurde Buchautorin. In ihrem Roman »Hellhole« beschäftigt sie sich mit der überlebenswichtigen Frage, wie man unbeliebte Mitbewohner loswird, besonders wenn sie aus der Hölle stammen. Gina Damico lebt mit ihrem Mann in Boston.





Deutsch
Broschiert/ 14,99€
Seiten: 384
Verlag: Penhaligon


Englisch
Gebunden/ 17,32€
Taschenbuch/ 6,70€
Seiten: 368
Verlag: HMH







Witzig, spannend und ziemlich abgedreht :)


Kurzbeschreibung

Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max' Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen.
Buchgestaltung
Beide Aufmachungen des Buches gefallen mir wirklich gut, wobei man sagen muss, dass sich der deutsche Verlag mit seiner Klappenbroschur deutlich mehr Mühe gemacht hat. Sieht man auf dem Cover nur die Rücken von Max und Burk, so befindet sich hinter der Klappenbroschur die Vorderseite des Motivs – ziemlich coole Sache. Das englische Titel ist eher auf Humor getrimmt, aber ganz niedlich. Der Titel des Buches wurde ja grundlegend übernommen und passt so weit auch.
Meinung

Auf Gina Damico bin ich letztes Jahr durch Zufall gestoßen, als mir ein Freund Croak schenkte. Der Auftakt ihrer Trilogie gefiel mir so gut, dass ich prompt die ganze Reihe durchgelesen habe – etwas, das ich wirklich selten bei Buchreihen mache. Die Reihe hatte ihre Schwächen, aber auch viele Stärken und so war ich gespannt, was die Autorin sich hat neues einfallen lassen. Von der Thematik her erinnerte mich der Klappentext zunächst doch wieder an das ganze Reaper/Hölle Thema und das findet man im Buch auch wirklich wieder, allerdings doch in anderer Form. Vielleicht ist das einfach Gina Damicas Ding – sie hat es jedenfalls super umgesetzt.

In Hellhole geht es um Max, der eine kranke Mutter daheim hat, einen doofen Job, dutzende Rechnungen und auch ansonsten nicht das schönste Leben. Eines Tages gräbt er auf einem Hügel ein Loch und prompt findet er Satan auf seiner Couch wieder. Zumindest einen davon, denn dem Konzept im Buch nach gibt es insgesamt 666 Teufel, die alle unterschiedliche Namen und Eigenschaften aufweisen. So muss Max mit Burk vorlieb nehmen, der sich nicht mehr vertreiben lassen will, es sei denn ein Deal wird ausgehandelt und genau dieser Deal könnte das Leben von Max Mutter retten, Max und seine Mutter aber auch in große Schwierigkeiten bringen...

Max war ein großartiger Protagonist! Es ist immer wieder ein Vergnügen auch mal Jugendbücher aus der Sicht eines männlichen Protagonisten zu verfolgen und die Autorin hat Max wirklich sehr sympathisch gestaltet. Er ist nicht gerade taff, aber auch kein Loser. Max steht für sich und seine Prinzipien ein – auch, wenn diese manchmal rechtliche Grenzen überschreiten. So wird er durch den Deal mit Burk dazu gezwungen immer wieder zu stehlen, was auch, wenn es hart klingt, zu den lustigsten Situationen im Roman geführt hat. Allein die Idee, das „Satan“ nur gestohlene Dinge benutzen/essen kann, fand ich total ulkig und hat eine Menge Konflikte hinaufbeschworen. Zum einen die Frage nach dem „sollte man Grenzen überschreiten, um seiner Familie zu helfen?“, aber auch etwas diesem Robin Hood Thema, nach dem Motto: Wieso haben andere mehr als man selbst und hat Glück wirklich etwas mit...naja Glück oder doch eher Unglück anderer zu tun?

So waren viele Entscheidungen von Max an Schicksale anderer Menschen geknüpft und besonders gegen Ende ist mir doch mehr als einmal die Luft weggeblieben, weil mir mulmig wurde. Die Geschichte hat von allem etwas. Ein wenig Humor (ab und zu auch sehr schwarz), eine Prise Verrücktheit und Spannung, die sich nicht mit Action oder solchen Dingen im Buch wiederfindet, sondern eher in etwas sehr Realem. So sind Maxs kleine Abenteuer doch öfter sehr nervenaufreibend, weil man befürchtet, dass alles total ins Auge gehen könnte – und es das manchmal auch tut.

Im Buch gab es zwar keine richtige Liebesgeschichte, aber ich mochte das, was sich aus der Freundschaft zwischen Lore und Max entwickelt total gerne. Zwar war mir vom ersten Moment an klar, was nun genau Lores Geheimnis sein würde, aber ich glaube, es war auch nicht die Absicht der Autorin das großartig zu verschleiern. Lore an sich war sowieso ein total cooles Mädchen. Etwas grob, etwas rebellisch und mürrisch, aber umso liebenswerter, weil hinter ihrer harten Schale ein weicher Kern steckte. Sie und Max haben ein absolut tolles Team gebildet. Es gab nicht wirklich viele Nebenfiguren, mal abgesehen von Maxs Freunden, die aber eher blass blieben. Dafür war Burk – der Teufel – auch ein echt schräger Geselle. Ich wusste nie wirklich, ob ich ihn mögen oder hassen sollte.

Besonders in den letzten Kapitel ist immer wieder die Stimmung gekippt. Gina Damico hat es echt geschafft eine Figur zu erschaffen, die sich an Humor immer wieder selbst übertrifft, aber ebenso ein echtes egoistisches Ekel sein konnte. Man könnte sagen die Story hat eine Moral, aber diese bewegt sich doch eher auf Abwegen und genau das fand ich am Buch wiederum beeindruckend. Es geht eben nicht immer um die Grenze zwischen Falsch und Richtig, sondern manchmal eben um alle Facetten dazwischen.



Hellhole ist ein richtiges Teufelsbuch und auf ganzer Linie empfehlenswert! Wer mal wieder eine echt abgedrehte und verrückte Geschichte mit einer Menge (schwarzem) Humor lesen möchte, der sollte hier einen Blick reinwerfen – es lohnt sich. Max und Lore waren tolle Figuren und ihr Abenteuer voller ungeahnter Wenden. Das Ende überrascht in mehr als einer Weise, wenn die Stimmung mehrmals kippt und die Autorin dennoch einen Weg gefunden hat mich zufriedenzustellen.


Ich empfehle auch allen, die englisch können die Croak Trilogie von Gina Damico. Die ist nämlich nochmal eine ganze Ecke aufregender, fantastischer und cooler als Hellhole. So oder so, die Autorin hat es einfach drauf :D


1 Kommentar:

  1. Hallo Tanja,

    habe auch gerade Hellhole beendet und bin total begeistert. Dieses gleiten von Lustig zu dann doch ziehmlich tot ernst hat mich umgehauen. Besonders da ich erst mit einer ganz anderen Erwartugn an das Buch herangegangen bin. und Burk habe ich auch im Grunde nicht wirklich ernst genommen. ich meine.... er ist Snak-Süchtig! Wie böse könnte er da schon sein? Ziehmlich wie sich ja dann zeigt. ^^
    Die Sache zwischen Max und Lore hat mir gut gefallen. Sie sind beide so ein wenig andere Charaktere :) Passt gut rein ^^

    Ich wusste gar nicht das die Autorin noch andere Geschrieben hat. Leider scheint es die ja nciht mehr zu geben. Hoffen wir mal auf eine Neuauflange :)

    Tintengrüße von der Ruby

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