Montag, 25. Mai 2015

[BUCHREZENSION] Ein Hauch von Liebe


Titel: Ein Hauch von Liebe
OT: The Vanishing Season
Autor/in: Jodi Lynn Anderson
Genre: YA Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Zur Verlagsseite:






Jodi Lynn Anderson hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Sie lebt mit 
ihrem Mann  und ihrem Hund in Washington, D.C.



Deutsch
Taschenbuch/ 7,99€
Seiten: 288
Verlag: cbj


Englisch
Gebunden/ 17,63€
Taschenbuch/ 7,30€
Seiten: 272
Verlag: Harper Teen






Ein Hauch von Mystery trifft es eher.


Kurzbeschreibung

Perfekte Sommer- und Ferienlektüre

Als Maggie mit ihren Eltern in das einsame Haus in Door County zieht, hat sie keine Erwartungen an ihr neues Leben. Doch dann trifft sie das faszinierende Nachbarsmädchen Pauline – und Liam, Paulines besten Freund seit Kindertagen, der heimlich in sie verliebt ist. Mit ihren neuen Freunden verbringt Maggie eine verwunschene Zeit in den Wäldern, doch wie ein kalter Schatten legt sich die Angst über den Ort, als immer wieder Mädchen leblos im See gefunden werden. Um sie zu schützen, wird Pauline von ihrer Mutter fortgeschickt, und in dieser Zeit kommen Liam und Maggie sich näher. Doch was ist, wenn Pauline zurückkehrt – hält ihre Freundschaft und Liams und Maggies zarte Liebe?
Buchgestaltung
Obwohl mir die deutsche Aufmachung und auch der Titel sehr gut gefallen, so passen sie leider gar nicht zum Buch. Das Buch erweckt in dieser Aufmachung echt den Eindruck einer süßen, sommerlichen Geschichte, aber es ist mehr als das. Es ist eine Zeit des Verschwindens, der Morde und der Mysterien und daher ist der englische Titel einfach perfekt. In beiden Büchern gibt es aber die Motte als Symbol, also ganz den Bezug verloren hat die deutsche Ausgabe nicht – Sie weckt einfach nur falsche Erwartungen, was etwas schade ist. Ich wusste, dass es sich hierbei um die Übersetzung von The Vanishing Season handelte und daher auch, worum es geht, aber viele Leute werden wohl als falschen Gründen zum Buch greifen.
Meinung

Jodi Lynn Anderson hat schon mehrere Bücher geschrieben und im englischsprachigen Bereich ist wohl ihre Interpretation von Peter Pan im Roman Tiger Lily ihr bekanntestes Werk. Trotzdem habe ich bei einem Gang in die Buchhandlung zu dem Werk gegriffen, das bei Random House übersetzt wurde. Für mich steht der Verlag einfach für gute Unterhaltung und bei dem Preis kann man nichts falsch machen. Das Buch konnte mich nicht komplett für sich einnehmen, aber ich fand es dennoch gut und einfach wunderschön geschrieben...

Der Schreibstil ist es wohl auch, der die größte Stärke des Buches ausmacht, denn vom Plot her passiert besonders in der ersten Hälfte gar nicht mal so viel. Die Autorin hat eine tolle Atmosphäre geschaffen, die mir sehr nahe gegangen ist und eine Wohlfühl-Stimmung hat aufkommen lassen. Das sommerliche Setting, mit den Mysterien von Maggies neuem zu Hause und dem seltsamen Verschwinden von Mädchen aus der Stadt war eine gekonnt beschriebene Mischung aus Ruhe, Sorgen, Fragen, Spannung und sehr viel Gefühl. Ich wusste die meiste Zeit einfach nicht, wie es weitergehen würde und das hat auch den Reiz des Buches ausgemacht.

Zu Beginn denkt man noch, die Liebesgeschichte würde eine größere Rolle spielen, denn das Ganze ist echt verzwickt. Pauline – Maggies hübsche und muntere Nachbarin – wird rasch Maggies neue Freundin und somit auch Liam, der schon seit Ewigkeiten in Pauline verliebt ist. Die Freundschaft zwischen den dreien hatte viele Aufs – und Abs, war aber niemals ein richtiges Liebesdreieck, vielleicht nicht einmal eine Liebesgeschichte. Neben den Gefühlen, die sich zwischen den Freunden entwickeln sind es nämlich speziell die Innenleben der Charaktere, die hier weitaus mehr aufwiegen. So möchte Maggie etwas aus ihrem Leben machen, weil ihre Eltern kaum Geld haben, Liam kämpft gegen fiese Gerüchte über seinen verrückten und fanatischen Vater an und Pauline fürchtet sich vor der Zukunft, obwohl ihr Leben so gut behütet ist und sie alles hat. Die Autorin hat es geschafft, dass ich nie ganz wusste, woran ich bei ihren Figuren bin. Ist Maggie nun in Liam verliebt? Ist Liam vielleicht selber verrückt? Und hat Pauline doch irgendwelche Pläne?

Das Verschwinden der Mädchen wird dann immer wieder am Rand der Haupthandlung erwähnt und ich habe mehr und mehr schlimme Befürchtungen aufgestellt, als es dem Ende entgegen ging. Irgendwie muss man ja einfach daran denken, was passieren kann, wenn zwei Mädchen hier Protagonistinnen sind! Ich verrate an dieser Stelle auch nichts, nur, dass es einen überraschend trifft, wie alles ausgeht. Auf eine klammheimliche, traurige Weise, die einen danach noch beschäftigt. Ich hätte in den Zügen der letzten Kapitel nicht mit dieser Art von Wende gerechnet, zumal man doch irgendwie ein anderes Gefühl bei allem hat.

Neben der Perspektive von Maggie gibt es im Buch auch immer wieder Sequenzen, in denen ein „Geist“ die Dinge aus der Ich-Perspektive beschreibt. Natürlich fragt man sich auch hier, wieso die Autorin dieses Element einsetzt, aber am Ende fügt sich doch alles zusammen. Ich wette, dass ist nicht jedermanns Fall, aber ich fand es hat gut zur Atmosphäre und den vielen offenen Mysterien gepasst – Davon gibt es tatsächlich ein paar im Roman. Die Autorin hat sich die Freiheit gelassen, nicht alles zu beantworten, aber ich konnte gut damit leben.

Aus dem Buch hätte man aber dennoch mehr herausholen können. Leider waren die Figuren – wenn ich sie auch mochte – ein wenig oberflächlich und man musste schon lange lesen, um sie besser verstehen zu können. Dazu kommt, dass das Leben auf der Insel (ich bin mir gerade gar nicht mehr sicher, ob es eine war xD) recht langweilig war. Maggie unternimmt dort leider kaum etwas und als Setting bekommt man daher nur eine kleine Welt zu sehen, die Maggies Haus und die ihrer Freunde einschließt. Außerdem fand ich Paulines Benehmen teilweise echt unmöglich und Liam hat das kurz vor Ende nur noch schlimmer gemacht. Maggie war so ein herzensguter Mensch, dass hatte sie einfach nicht verdient und macht das Ende nur noch beklommener.

Und obwohl es wirklich ein bittersüßes Ende ist, so mochte ich die poetische Seite daran sehr. Die Worte flogen einfach nur so dahin, weil die Autorin so wundervoll schreiben kann. Ich lese sicher auch noch andere Bücher von ihr.




Ein Hauch von Liebe ist eher ein Hauch von Mystery – Hier gibt es keine süße Sommergeschichte über Liebe und Freundschaft, sondern viel mehr ein großes Rätsel, das sich nach und nach entfaltet. Dank des lebhaften und poetischen Stils und der ruhigen, eindringlichen Atmosphäre war ich regelrecht an die Seiten gebannt. Was die Handlung angeht, so hätte man aus allem mehr rausholen können. Mehr Spannung, mehr Plot an sich und deshalb ist Ein Hauch von Liebe zwar gut gewesen, aber mehr auch nicht. Für Fans von Mystery-Geschichten einen Blick wert!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D