Samstag, 28. März 2015

[BUCHREZENSION] ZOOM - Alles entwickelt sich

Titel: -
OT: Zoom – Alles entwickelt sich
Autor/in: Lena Hach
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Zur Verlagsseite:








Lena Hach, geboren 1982, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie besuchte eine Schule für Clowns, studierte Literatur und Kreatives Schreiben und arbeitete als Journalistin. Es fällt ihr äußerst schwer, an Abrisszetteln vorbeizugehen, die irgendjemand aufgehängt hat, ohne diese zu lesen. Mehr unter: www.lenahach.de



Deutsch
Broschiert/ 13,96€
Seiten: 247
Verlag: Belz & Gelberg


Englisch
Deutsches
Original!





Nicht so gut wie Wanted, aber unterhaltsam :)


Kurzbeschreibung

Till fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich. Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert ... Till hat die Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die Wahrheit über seinen Vater sagen?
Buchgestaltung
Ich mag die Buchgestaltung ziemlich gerne, weil sie zum Titel ZOOM passt und alles etwas unscharf gehalten wurde – So, als müsse der Zoom noch einsetzen. Die Figuren auf dem Motiv entsprechen außerdem in etwa meiner Vorstellung der Figuren. Ich finde es immer toll, wenn auf so etwas geachtet wird.
Meinung

Ich glaube, ZOOM hatte es etwas schwer bei mir, weil ich Lena Hachs Debüt einfach so mega abgöttisch geliebt habe. An so ein grandioses 5-Sterne-Buch muss erst mal wieder eine andere Geschichte herankommen und daher war ich ein wenig enttäuscht, dass ich ZOOM nicht mehr abgewinnen konnte. Dabei ist das Buch nicht schlecht oder blöd geschrieben, ich bin damit nur nicht richtig warm geworden. Bei Wanted war ich von der ersten Seite an sofort in der Geschichte und hier...nicht.

Die Autorin hat sich dieses mal etwas Besonderes einfallen lassen. Das Buch ist nicht aus der Sicht von Paula und Till geschrieben, sondern aus der Sicht einer uns Unbekannten. Das war zunächst total faszinierend, dann aber immer ungewohnter und hat mich beim Lesen unruhig gemacht. Mir spukten ständig die Fragen nach unserer mysteriösen Erzählerin im Kopf herum. Wer war das eigentlich und wie genau stand sie in Zusammenhang mit Paula und Till? Wieso konnte sie das alles so bis ins Detail beobachten. Ich habe schon verstanden, dass man hier wegen dem Hauptthema Zeitung so irgendwie an eine live-action Berichterstattung anknüpfen wollte, aber so cool die Idee auch klingt, sie konnte mich nicht ganz überzeugen. Bücher mit außergewöhnlichem Stil finde ich normalerweise echt klasse, weil es mal etwas anderes ist, aber ich finde, man hätte wenigstens erfahren müssen, wer denn nun Mäuschen gespielt hat. Oder habe ich da etwas völlig missverstanden?

Ansonsten war das Buch von der allgemeinen Stimmung her aber toll. Ich mag es einfach wie Lena Hach mit wenigen Worten eine schöne Atmosphäre schafft und Freundschaften beschreibt. Hier hat alles eine Basis und es gibt keine blöde Instant-Liebe und Herumgeschmachte. Dieser etwas bodenständigere, lockere Touch macht ihre Geschichten immer schön unterhaltsam und in ZOOM war das genau so. Paula und Till waren dazu noch zwei Gegensätze, die sich wirklich angezogen haben. Es gab eine Zeit, da konnte ich mir nicht vorstellen, dass die beiden wirklich zusammenpassen, aber die Autorin hat hier eine Liebesgeschichte eingefädelt, die auch nachvollziehbar war und nicht nur Schwerpunkte auf Gefühle gelegt hat.

Was die Figuren angeht so erfährt man außerhalb des Rahmens, in dem die Geschichte spielt leider nicht so viel. Das lag wahrscheinlich wieder an der Erzähl-Perspektive, die es nun einmal nicht erlaubt hat, weitere Infos in Erfahrung zu bringen. Immerhin konnte diese Person Paula oder Till ja nicht wirklich nach Hause folgen oder in deren Köpfe blicken. Alles basierte auf Analyse und Beobachtung. Ich hätte es schon gefunden, etwas aktiver an den Denkweisen der eigentlichen Protagonisten teilhaben zu können. So fiel es mir manchmal schwer, bestimmte Beweggründe zu verstehen.

Das viel Wert auf Kreativität gelegt wurde, beweisen auch die Hobbies von Paula und Till. Sie ist bei der Schülerzeitung dabei und er fotografiert. Im Buch gab es oft Momente, in denen das im Vordergrund stand und besonders dieses Team-Gefühl oder auch Team-Work fand ich klasse umgesetzt, weil nicht nur diese beiden an einem Projekt arbeiten, dass viele Figuren zusammenschweißt und anspornt.

Besonders gut gefallen hat mir der Aspekt des Loslassens. Im Buch ist das viel Thema, wie Menschen sich an Dinge klammern und die Hilfe anderer brauchen, um ein Ziel vor Augen haben zu können, das ihr Leben wieder voranbringt. Diese Entwicklung in den Figuren zu sehen fand ich sehr gut umgesetzt und war eine der größten Stärken im Roman.




Alles in allem bin ich nicht ganz mit ZOOM warm geworden. Hier entwickelt sich zwar wirklich alles Stück für Stück wie ein Film, aber besonders der Einstieg und auch Mittelteil des Romans war mir einfach zu ereignislos gehalten. Am schwersten habe ich mich mit der Perspektive der Erzählerin getan, welche die Geschichte wie einen Bericht wiedergegeben hat. Etwas mehr Pepp hätte dem Buch gut getan. Dennoch kann Lena Hach einfach toll schreiben, hat außergewöhnliche Ideen und weiß, was Charakterentwicklung bedeutet. Ich bin nach wie vor ein großer Fan von ihr und das nächste Buch gefällt mir bestimmt besser :)


1 Kommentar:

  1. Schöne Rezi, und an vielen Stellen kann ich dir nur zustimmen. Für mich war es das erste Buch der Autorin, mal schauen was das nächste bringt.

    LG Piglet <3

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