Sonntag, 21. September 2014

[BUCHREZENSION] Salt & Storm: Für ewige Zeiten


Titel: Salt & Storm
OT: Salt & Storm
Autor/in: Kendall Kulper
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Einzelband
Zur Verlagsseite:





Kendall Kulper wuchs im Norden New Jerseys auf. Sie arbeitete einige Jahre als Journalistin, beschloss aber irgendwann, sich ganz dem Schreiben von literarischen Texten zu widmen. Am meisten beschäftigen sie die Momente, in denen Menschen sich entscheiden müssen: Wer bist du wirklich, wofür stehst du ein – und wer willst du sein? Kendall Kulper lebt mit ihrem Mann und einem Hund in Chicago.




Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 448
Verlag: Sauerländer


Englisch
Gebunden/ 13,10€
Taschenbuch/ 8,80€
Seiten: 416
Verlag: Little Brown







Im Sturm aus Eindrücken hin und her gerissen!


Kurzbeschreibung

LASS DIR DEIN HERZ BRECHEN. Ein Roman so gewaltig wie das Meer, so romantisch wie ein heimlicher Kuss und so mächtig wie ein Talisman. Seit Generationen verlässt kein Schiff den Hafen von Prince Island ohne einen Talisman der mächtigen Roe-Frauen. Avery ist die Jüngste und Letzte ihrer Linie. Nimmt sie ihr Erbe an, wird sie Macht über das Meer, den Sturm, das Glück und die Liebe haben. Doch sie weiß noch nicht, dass der Preis dafür ihr eigenes gebrochenes Herz sein wird. Verweigert sie sich ihrem Schicksal, muss sie sterben.
Buchgestaltung
Ich finde die deutsche Aufmachung einfach zauberhaft und bin wirklich total verliebt in das Cover mit all seinen Details. Die Farben, der „zeichnerische“ Stil des Ganzen, das ist genau mein Ding bei Büchern. Und das Beste? Alles passt richtig gut zum Inhalt. Hier wurde sich sehr viel Mühe gemacht und das finde ich toll! Salt & Storm wurde ja vom Original übernommen und der Titel passt sehr gut, weshalb ich daran nichts auszusetzen habe. Das englische Covere gefällt mir persönlich zwar nicht so gut, dafür passt es aber äußerlich auch zum Roman. Plus für beides also.
Meinung

Salt & Storm ist eines meiner absoluten Must-Haves dieses Jahres gewesen und vielleicht hatte ich einfach genau die richtigen Erwartungen an das Buch und wurde daher nicht ganz so herb enttäuscht, wie viele andere Leser. Die Geschichte rund um Avery und den Fluch, an den ihre Familie gebunden hat, gefiel mir nämlich recht gut. Das Buch hatte eine Menge Potenzial und hat mich auch ordentlich zum Denken angeregt, weshalb ich zum Schluss hin sehr Hin – und Her gerissen war, fast wie bei einer Welle ging es nämlich mit dem Unterhaltungswert auf und ab.

Prince Island ist eine kleine Stadt an der Küste, deren Namen genau das beschreibt, was für das Setting sehr wichtig war: Das Meer. Die Autorin hat sich bemüht, die vielen Details von Averys Lebens zu beschreiben und ich mochte die Location sehr. Dadurch, dass wir uns hier mal nicht an einem normalem Ort befinden, kommen auch mal ein paar andere Dinge in der Erzählung vor. Die Atmosphäre des Buches war jedenfalls von Anfang an da und hat es mir leicht gemacht mich in die Geschichte hineinzulesen. Kendall Kulper versteht es jedenfalls Stimmung zu erzeugen.

Avery war eine Figur, mit der ich nicht sofort warm geworden bin, aber je mehr Zeit verstrich, umso mehr konnte ich sie auch verstehen. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir durchweg sympathisch war, aber gerade durch die vielen Differenzen, die wir beide hatten, erschien mir ihr Charakter interessant genug, um wissen zu wollen, wie es mit ihr und ihrem Schicksal nun weitergeht. Im Fokus der Handlung steht die ganze Sache mit den Hexen. Avery ist in dem Wissen um Magie und andere Dinge aufgewachsen, allerdings schwört ihrer Mutter der Bestimmung eine Hexe zu sein ab und will auch, dass Avery sich nicht weiter damit beschäftigt. Diese möchte allerdings unbedingt diese verbotene, mächtige Seite an sich kennenlernen. Die einzige Unterstützung die sie dabei hat, ist ihre Großmutter, aber nachdem Avery mit dem Fluch belegt wird, möchte diese ihr nicht mehr zur Seite stehen. Dann gibt es noch diesen seltsamen Traum, der Avery ihren eigenen Tod vorausgesagt hat.

Die Beziehung der drei Frauen war eine ganze Ansammlung an Verstrickungen, die schnell aufgelöst wurden und ich finde die Autorin hätte hier gerne mehr draus machen können. Die Liebesgeschichte zu Tane gewinnt nämlich sehr schnell die Oberhand und die Verbindungen zu den anderen Figuren ist eher oberflächlich. Eigentlich fand ich das nicht weiter schlimm, da ich lieber über Avery und Tane gelesen habe, als mir immer wieder dasselbe über die Roe-Frauen anzuhören. Allerdings ließ sich das nicht immer vermeiden, weil die Bewohner der Insel die Hilfe der Hexen genauso gebraucht, wie gehasst haben und man das immer wieder mitbekommen hat. Dann wäre da noch die Tatsache, dass Avery nur von ihrer Großmutter lernen kann und diese eben eine wichtige Rolle spielt.

Die Ganze Sache mit der Magie und den Hexen fand ich ziemlich gut. Es war mal eine etwas andere Art das Übernatürlich darzustellen, auch, wenn es nicht in vielen Punkten etwas Neues war. Wo die Autorin gute Arbeit bei all den Erklärungen und Beschreibungen geleistet hat, fehlte es mir aber dafür an Fahrtwind. Besonders die Informations-Strecke am Anfang ist doch sehr lang und zäh gewesen. Die Gefühle der Figuren blieben dabei oft außen vor.

Was ich besonders schade fand war, dass Avery so lange auf dem Schlauch gestanden hat. Als Leser erfährt man immer so viel schneller, was vor sich geht, aber die Protagonistin gab sich manchmal Rätseln hin, die keine waren. Die Durststrecken zu Beginn kommen leider auch zwischendurch immer mal wieder, weshalb einige der Kapitel den Roman an sich wieder etwas langatmiger erschienen ließen, als er vielleicht war. Ein großer Pluspunkt war jedoch das ganze Ende. Zuerst wusste ich nicht, was ich davon halten sollte, aber emotional konnte es mich mehr packen, als alles, was davor kam. Besonders diese ganzen Botschaften, die das Buch an einigen Stellen vermittelt fand ich richtig klasse. Gehe deinen eigenen Weg, triff schwere Entscheidungen und vergiss niemals, es gibt nicht immer ein Happy End.




Salt & Storm ist ein gutes Buch für ein paar angenehme Lesestunden, aber eben keine absolut begeisterte Empfehlung meinerseits. Die Autorin hat besonders in den letzten Abschnitten bewiesen, wie actionreich sie schreiben kann, aber meistens ist das Buch eher eine Liebesgeschichte mit schönem Setting, die sich oft in Beschreibungen verliert. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch recht unterhaltsam, lässt es mich mit seinen Schwächen auch sehr zwiegespalten zurück. 


Kommentare:

  1. Ich fand es langweilig, laaaaaaaaangweilig! xD
    Aber schön, dass es dir etwas besser gefallen hat :D
    LG Jan

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  2. Muss mich Jan leider anschließen ;) Sieht auch so aus, als hätte es dir noch ein klein wenig besser gefallen. Meine Hauptprobleme hatte ich vor allem mit Avery selbst. Manchmal hätte ich ihr gern eine verpasst, dass sie mal gedanklich über den Tellerrand hinauskommt. Aber wer weiß, ob das geholfen hätte ;P

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  3. Eine schöne Rezension! Doch das Buch scheint nicht unbedingt meins zu sein...
    Gerade wenn ich meine Vor-Kommentatoren so höre ;-)

    Dennoch danke :-)

    Liebe Grüße,
    Janne

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