Donnerstag, 31. Oktober 2013

[BUCHREZENSION] Gesetz der Rache



Titel: Gesetz der Rache
OT: Breaking Point
Autor/in: Kirsten Simmons
Genre: YA, Dystopie
Buchreihe: Article 5 #2






Kristen Simmons lebt in Tampa, Florida. Sie studierte Psychologie und Sozialarbeit an der University of Nevada und arbeitet heute als Psychotherapeutin mit Traumapatienten und Missbrauchsopfern. Mit »Artikel 5« gelang Kristen Simmons ein beeindruckendes Debut, dessen Geschichte in »Gesetz der Rache« fortgesetzt wird.



Deutsch
Broschiert/ 16,99€
Seiten: 448
Verlag: IVI


Englisch
Gebunden/ 13,00€
Taschenbuch/ 6,87€
Seiten: 400
Verlag: Tor Books





Gelungene Fortsetzung mit Potenzial nach oben.


Kurzbeschreibung

Kristen Simmons gelang mit "Artikel 5" eine erschrecked reale Zukunftsvision. Ihre Heldin Ember konnte aus der Haft der teuflischen Moralmiliz entkommen - doch als erneut nach ihr gefahndet wird, ist klar, dass Ember verraten wurde. Denn wie sonst kann eine Totgeglaubte zum Staatsfeind Nummer 1 werden? Die Regierung hat Ember und Chase für tot erklärt - endlich sind sie frei und schließen sich dem Widerstand an. Doch im Lager der Rebellen herrscht Aufregung: Der geheimnisvolle "Heckenschütze" erschüttert mit seinen Anschlägen die Moralmiliz. Wer ist er? Steht der aufseiten der Rebellen? Wird er dem Widerstand zum Durchbruch verhelfen? Um den Attentäter zu fassen, veröffentlicht das FBR eine Fahndungsliste - und zu den Hauptverdächtigen gehört Ember. Mit dem Wissen, von ihren neuen Freunden verraten worden zu sein, muss Ember eine Entscheidung treffen: Wird sie sich ihr Leben lang im Untergrund verstecken oder für ihre Freiheit kämpfen?
Buchgestaltung
Gefällt mir wesentlich besser als die zu Band 1. Ich finde zwar, dass die englische Cover mehr Bezug zum Thema Dystopie haben, aber irgendwie mag ich die deutschen trotzdem lieber, weil die düsteren Farben so super zur Atmosphäre passen :) Gesetz der Rache ist meiner Meinung nach auch ein genialer deutscher Titel, weil er für das Ziel verschiedener Personen, die im Kampf gegeneinander stehen, steht.
Meinung

Artikel 5 war für mich ein richtig guter Einstieg in die Reihe, hatte meiner Meinung nach aber jede Menge Spielraum nach oben. Mit dem Folgeband ging es mir ähnlich: Das Buch konnte mich bestens unterhalten, aber das gewisse Extra fehlte mir. Trotzdem ist Gesetz der Rache ein tolles Beispiel für gute Mittelteile in Trilogien.

Was ich normalerweise gar nicht mag sind etlose Wiederholungen. Kirsten Simmons hat den Informationsfluss hier jedoch sehr geschickt eingebaut. In kurzen Gedankengängen der Protagonisten wird dem Leser noch einmal knapp das Wichtigste gezeigt, was bisher geschah, wodurch der Einstieg sehr leicht fällt. Dadurch wurde zudem das Gefühl für die Geschichte geweckt und man spürte die Verbundenheit zu den Charaktere als wäre sie nie weg gewesen. Damals mochte ich die Atmosphäre des ersten Romans unglaublich gerne und hier war das genauso. Ein Leben auf der Flucht, ohne Freiheit und die ungelösten Konflikte, die sich weiter aufstauen lassen die Situation für Ember und Chase wieder sehr düster aussehen.

Der Sniper wird hier immer noch als die mysteriöse Bedrohung schlechthin angesehen. Während die Figuren sich bei der Widerstandsbewegung befinden, kommen Gerüchte im Umlauf, welche eine falsche Fährte legen und besonders Ember sehr in Bedrängnis bringen. Hier ist nichts schwarz und weiß. Wo der erste Teil noch der actionlastig war und es nicht an wilden Verfolgungsjagten mangelte, legt die Autorin hier mehr Wert auf die inneren Ängste und auch Auseinandersetzungen wegen der aufwallenden Gefühle der Menschen in Embers Umfeld. Wie bei einem Thriller geht es mehr und mehr psychologisch zu. Fragen werden gestellt, verwirren den klaren Blick nach vorne und treiben so manche der Nebenfiguren an ihre Grenzen. Durch das angerichtete Chaos leidet auch Embers und Chase´ Beziehung und das Drama ist praktisch vorprogrammiert gewesen.

Ich fand die Wege, die Kristen Simmons dabei gewählt hat, ziemlich interessant. Das Buch konnte mich öfters überraschen, dachte ich doch wieder an gängige Klischees, die sich hier nicht erfüllen wollten und das gefiel mir sehr gut. Besonders gelungen war einfach der Tiefgang, der überall einen Schwerpunkt darstellte. Man erfährt mehr über das Setting, Beweggründe der unterschiedlichen Parteien usw. Es geht viel um Vertrauen und Loyalität, welche durch die vielen Bedrohungen ständig getestet werden. Ember war mir hier wieder eine sympathische Protagonistin, mit der ich mich mehr verbunden fühlte als zuvor. Ihre Gedanken, Handlungen, Fehler und Entscheidungen wurden sehr bildlich geschildert und es gab kaum einen Moment, wo ich nicht auf ihrer Seite gewesen wäre. Toll war auch, dass man mehr über Chase erfährt, denn dieser war meiner Meinung nach mehr ein Abbild von Embers Vorstellungen als eine eigenständig agierende Person. Es wird einfach deutlich, aus welchen Motiven heraus er handelt und wieso genau er Ember liebt. Besonders nachdem die beiden eine Weile getrennt wurden, konnte man Eindrücke gewinnen, die einem Chase´ Gedankenwelt näher gebracht haben.

Dazu kommt, dass der Roman Höhen und Tiefen hat. Mal wird mehr erzählt, dann geht es wieder rund und auch einige romantische Stellen, konnten mich sehr packen. Wieso sage ich dann also Potenzial nach oben? Gesetz der Rache hat wirklich viele gute Elemente auf seiner Seite, aber ich hatte auch einige Probleme mit dem Buch. Vielleicht ist es einfach der Stil der Autorin ihre Geschichte zu erzählen, aber genau wie bei Artikel fünf, waren mir manche Passagen einfach zu lang. Dadurch wurde das Buch für meinen Geschmack zu ruhig, es wurde viel in Dialogen wiederholt, dass man durch Beschreibungen schon wusste und Streitereien, sowie Argumentation beherrscht die Autorin einfach nicht gut genug, um mich damit mitreißen zu können.

Mein größer Kritikpunkt ist jedoch einer der Nebencharaktere gewesen, bei dem man ununterbrochen hadern muss: Freund oder Feind? Ich finde für den Leser wurde schnell ersichtlich wie der Hase läuft und das Ausschlachten ein und desselben Konflikts wurde mir einfach rasch zu anstrengend. Ein ewiges hin und her, dass für mich nicht hätte sein müssen.



Gesetz der Rache ist gut geschrieben. Überzeugt mit ereignisreichem Plot und sympathischen Figuren, die zum mitfiebern anregen. Anderseits hat der Mittelteil dieselben Stärken und Schwächen seines Vorgängers. Das ist natürlich Geschmackssache, aber statt dem Drama und häufig gleichen Dialogen, hätte ich mir lieber mehr Info-Dumping gewünscht oder die überquellende Action aus Band eins.


(Das ist übrigens eine 7, keine 1 xD)





Für dieses coole Überraschungsbuch! 

[BUCHREZENSION] Weil ich Layken liebe


Titel: Weil ich Layken liebe
OT: Slammed
Autor/in: Colleen Hoover
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Slammed #1






Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Ihren Erstling ›Weil ich Layken liebe‹ veröffentlichte sie zunächst als E-Book und stand damit sofort auf der New York Times-Bestsellerliste. Mittlerweile hat sie weitere Romane geschrieben, die allesamt eine große Fangemeinde haben und zu Bestsellern wurden.



Deutsch
Taschenbuch/ 9,95€
Seiten: 352
Verlag: dtv


Englisch
Taschenbuch/ 9,30€
Seiten: 384
Verlag: Simon & Schuster




Unterhaltung für zwischendurch, aber leider nicht mehr als das.


Kurzbeschreibung

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…
Buchgestaltung
Durch den Kontrast der Farben auf dem Cover fällt einem dieses sofort ins Auge. Die Schriftart wirkt durch das pink Graffiti ähnlich und das mag ich irgendwie. Für meinen Geschmack ist das Cover etwas zu einfach gestaltet, aber eine gute Alternative zu den nie enden wollenen Motiven mit wahllosen Gesichtern. Weil ich Layken liebe als deutschen Titel zu nehmen, finde ich auch nicht verkehrt. Slammed drückt zwar viel mehr als aus das, aber der Roman ist eben nichts weiter als eine Liebesgeschichte, weil diesen die gesamte Handlung einnimmt. Was man sich bei der englischen Gestaltung gedacht hat, ist mir ein Rätsel xD
Meinung

Colleen Hoover konnte mich mit ihrem Roman Hopeless überzeugen. Das ein deutscher Verlag sich die Rechte an einem ihrer Werke sicherte, war nur eine Frage der Zeit, weil es im englischsprachigen Raum unglaublich viel Feedback zu ihren Roman gab. Slammed oder auch Weil ich Layken liebe ist, soweit ich weiß, ihr erstes Buch gewesen und Teil einer Reihe. Ich muss leider sagen, dass im Vergleich zu Hopeless und auch als eigenständiges Werk betrachtet, mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen konnte.

Viele Leser sind durchweg begeistert von dem Roman, was nicht zuletzt die positiven Stimmen auf Amazon beweisen, aber bei mir wollte der Funke einfach nicht recht überspringen. Den Anfang des Buches fand ich ganz gut. Layken zieht mit ihrer Familie um und obwohl dies ein wahrhaftiges YA Klischee für den Beginn einer Geschichte ist, mochte ich die Art der Autorin zu schreiben sofort. Colleen Hoover schafft es wunderbar sich in wenigen Sätzen auszudrücken, weshalb auch das Info-Dumping gut zu lesen war und einen nicht erschlagen hat. Es ist nämlich so, dass man auf den ersten Seiten die komplette Lebensgeschichte von Layken erfährt. Einerseits fand ich es gut, dass man sofort so viel über sie erfährt, anderseits hätte ich mir gewünscht, dass dies mehr in die Handlung integriert worden wäre. Dialoge eigen sich dazu bestens und wenn es um die Gespräche zwischen Layken und Will ging, wurde Layens Leben immer außen vorgelassen – was gab es auch noch zu sagen, dass die Autorin nicht vorweg genommen hatte? Leider nichts.

Schnell wird dem Leser klar, das Layken viele innere Konflikte hat. Ihr Vater ist verstorben, die Familie bricht deshalb auseinander und ein neues Umfeld ist nie leicht zu verkraften. Diese typischen Probleme hätte man sehr gut behandeln können, aber meiner Meinung nach hat die Autorin hier wenig Tiefgang bewiesen, denn sie ist kaum darauf eingegangen. Laykens Probleme spiegeln sich auch überhaupt nicht in ihrem Verhalten oder ihrer Denkweise wieder, was ich etwas seltsam fand. Jeder Mensch hätte in ihrer Situation doch ab und zu mal gegrübelt.

Stattdessen liegt der absolute Fokus nur auf der Beziehung zwischen ihr und Will. Die beiden sind Nachbarn, lernen sich so kennen und innerhalb weniger Tage auch lieben. Ich bin zwar kein Fan von „Liebe auf den ersten Blick“, aber dieses Thema kann ich dennoch annehmen, wenn es authentisch beschrieben wurde. Mir fehlte gänzlich der Bezug zu den Charaktere und die Chemie zwischen beide konnte ich leider nicht wirklich spüren. Sie sehen sich, sie plaudern, haben ein Date und mir gefiel einfach nicht, wie schnell sich die Welt nur noch um Will drehte. Selbstverständlich habe ich eine Liebesgeschichte erwartet, das Buch deshalb unbedingt lesen wollen, aber in dieser Form...? Nein. Von Hopeless weiß ich, das Colleen Hoover witzig sein kann, süß, romantisch und todtraurig. Hier war der Ablauf der Handlung eine Aneinanderreihung von Alltagssituationen.

Dazu kommt, die Thematik des Roman (Schüler/Lehrer) und ich finde das Thema ehrlich gesagt total abgenutzt und auch uninteressant. Ich habe es zur Genüge in Filmen/Serien/Büchern vorgesetzt bekommen und hier gab es nicht einmal dramatische Wendungen oder Höhepunkte, die mich überraschen konnten. Will und Layken waren austauschbare Charaktere, deren Persönlichkeit kaum beschrieben wurde. Im Grunde hat man eine Menge über die äußeren Umstände ihres Lebens erfahren, aber mehr auch nicht.

Ich möchte damit auch nicht sagen, dass ich das Buch langweilig fand. Es gab einige Stellen, die ich mochte und der Roman war wegen seiner Länge auch rasch ausgelesen. So fand ich z.B. die Nebencharaktere sehr interessant und auch das Ende hat mir gut gefallen.



Alles in allem war ich aber einfach von der Umsetzung enttäuscht. Von der Oberflächlichkeit der Dinge und auch den mangelnden Eigenschaften der Protagonisten. Ich kann nicht nachvollziehen, was dieses Buch so lesenswert machen soll und würde es leider auch nicht empfehlen.




Für die tolle Aktion, bei der ich das 
Lesexemplar gewonnen habe!



Montag, 28. Oktober 2013

Neuzugänge Quickie


Weil ich heute faul bin und es schon später ist, gibt 
es heute die neuen Bücher im Schnelldurchlauf :P


(In super schwammiger Quali)

Kann das auch für immer sein? Gekauft, weil ich die Sommerflirt Reihe beenden wollte. Leider gefiel mir der Abschluss nicht so gut, daher hab ich die Bücher direkt weiter verkauft.

Einfach Liebe RE. Bereits gelesen, rezensiert und für supiiiiiiii befunden wurden ^^

Jack Morrow RE. Bereits gelesen, noch nicht rezensiert, war aber ebenfalls supiiiiii xD

Spiderwicks 2,3,4,6 Getauscht. Die haben mir noch gefehlt :)


***

Ihr merkt schon, heute Abend ist supi das Wort des...öhm...Abends! 



Gameboard of Gods Getauscht. Richelle Mead und so.

Allegiant Gekauft. Reihen beenden und so. 

How My Summer Went Up In Flames Gekauft. Buchkaufsucht und so.

Forever RE. Meine aktuelle Lektüre, bisher echt gut :)


TACOS!

Hätte ich jetzt echt gerne.


Sonntag, 27. Oktober 2013

[BUCHREZENSION] Die Verschworenen


Titel: -
OT: Die Verschworenen
Autor/in: Ursula Poznanski
Genre: YA, Dystopie
Buchreihe: Die Verratenen #2






Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.



Deutsch
Gebunden/ 18,95€
Seiten: 464
Verlag: Loewe


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!




Super Mittelteil einer bisher spannenden Trilogie :)


Kurzbeschreibung

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.
Buchgestaltung
Gefällt mir sehr gut :) Ähnelt dem ersten Band, passt aber - besonders der Titel!
Meinung

Die Verschworenen war ein heiß herbeigesehntes Highlight von mir – die drei magisches H´s :P Der erste Band die Verratenen gefiel mir letztes Jahr wahnsinnig und ich konnte das Erscheinen des Mittelteils der Trilogie kaum erwarten. Wie das immer so ist, bei Büchern, die mich maßlos begeistern konnten, sitzt die Latte dementsprechend hoch, wenn das nächste Buch der Autorin kommt. Ich freue mich wirklich sagen zu können, dass die Verschworenen zwar in vielerlei Hinsicht anders ist als der Vorgänger, aber nicht minder spannend oder unterhaltsam.

Die Freunde, die in Band eins aus ihrer Heimat fliehen mussten und einige harte Zeiten hinter sich haben, verstecken sich in diesem Teil in einer Art Stadt unter der Stadt in der Nähe der Clans. Weder die Sphären, noch die Clans – bis auf einige, wenige Ausnahmen – wissen, wo sich die „Lieblinge“ befinden und das ist Ria und ihren Freunden auch ganz recht so. Immerhin ist ihr Leben noch immer in Gefahr. Während in der Außenwelt immer mehr Konflikte deutlich werden und das große Ganze des Plots mehr und mehr enthüllt wird, schmieden Ria und die anderen einen Plan, um an mehr Informationen wegen ihrer Situation zu kommen. Natürlich wollen sie noch immer ihren Namen reinwaschen und herausfinden, was damals wirklich geschehen ist und wer hinter ihrer rasanten Flucht aus den Sphären steht.

Das Buch beginnt mit einer etwas ruhigeren Phase, in der die Autorin die ganzen Veränderungen schildert, die mit den Charakteren passieren. Dabei liegt in den ersten hundert plus Seiten besonders auf dem Innenleben von Ria und ihren Freunden. Jeder leidet unter den Voraussetzungen ihres Aufenthalts. So wünschen sich Ria und Tomma nichts sehnlicher als mehr Zeit an der Oberfläche zu verbringen, während Aureljo zurück in die Sphären will, um von innen heraus agieren zu können. Der Einstieg bietet wenig Action, aber ich finde die Autorin hat das genau richtig gemacht. Im ersten Teil konnte man kaum den Atem anhalten und hier hat Ursula Poznanski wirklich ein Händchen für tolle Charakterentwicklung bewiesen. Man erfährt sehr viel über die Gedanken und Motive aller Figuren und das hat mir gefallen. Ria war mir immer sehr sympathisch und sie hier mit ihren eigen Gedanken so kämpfen zu sehen, hat sie als Charakter sehr authentisch gemacht. Schön fand ich auch, dass sie hier deutlich mehr Schwäche gezeigt hat als noch zuvor. Ich war nicht immer mit ihren Handlungen einverstanden, aber verstehen konnte ich sie trotzdem irgendwie. Wirklich beeindruckend, wie die Autorin es geschafft hat niemanden zu kurz kommen zu lassen, wo Ria doch die Erzählerin des Buches ist.

Die Beziehungen der Charaktere untereinander stehen hier sehr im Fokus, denn durch die Veränderungen in deren Leben, verändern sich auch diese stark. Das merkt man besonders bei Ria und Aureljo. Die beiden entfremden sich immer mehr. Ich fand es schon in die Verratenen klasse, wie die Autorin eine schöne Liebesgeschichte in den Plot geschrieben hat, ohne dem zu viel Bedeutung zuzumessen und hier geht das auch genauso weiter. Ich muss sagen, dass ich nicht immer mochte, wie Ria sich Sandor gegenüber verhält und auch ihr Schweigen hat mich manchmal wirklich gestört, aber weil es eben so viel Wichtiges gab, das gerade vor sich ging, konnte ich das gut verzeihen.

Man könnte das Buch gut in zwei Teile gliedern. Der erste findet außerhalb, der Zweite in den Sphären statt. Überraschenderweise mochte ich beide gleich gern. Wo es am Anfang viel um die Figuren geht und nicht die ganze Welt in die Verschworenen, dreht sich der Spieß später nämlich um. Ria bringt so viele Dinge in Erfahrung, die Poznanskis Welt sehr viel greifbarer und komplexer machen als zunächst angenommen. Erstaunlich, wie die Autorin hier noch mal eins oben drauf gelegt hat, waren ihre Ausführungen im ersten Teil der Trilogie doch immer schon logisch und bildlich beschrieben. Beim Lesen hat es sich angefühlt, als würden mehr Handlungsstränge zusammenfließen und auch die vielen, kleinen Geheimnisse waren genau an den richtigen Stellen eingebaut. Eine sehr durchdachter Plot ließ mich das Buch kaum aus den Händen legen.

Spannung gibt es auch, wenn auch nicht mehr in Form von körperlichen Auseinandersetzungen. Vielmehr geschieht die Action außerhalb von Rias Reichweite: Bei den Clans. Bröckchenweise werden ihr (und uns) neue Information zugetragen und öfters wird man richtig kirre, weil man nur sehr wenig erfährt. Rias Aufenthalt in den Sphären ist trotzdem unterhaltsam gewesen, denn sie lebt hier verdeckt ein anderes Leben als eine Studentin der Akademie. Dadurch erhält man mehr Einblicke in verschiedene Schichten und wie die Regierung aufgebaut ist.

Das Buch hat viele Höhepunkte, wenn auch alle nicht mehr ganz so unvorhersehbar sind, wie sie es noch zuvor waren. Was bei mir ein paar Minuspunkte gekostet hat, war der Gegenspieler. Im Buch gibt es zwar keine schwarz-weiß-Malerei, aber dennoch hat mir hier etwas der Tiefgang gefehlt. Die Motive hinter dem Gegenspieler waren meiner Meinung nach nicht stark genug, um die Konsequenzen dessen Handlung tragen zu können.



Die Verschworenen ist ein genialer Mittelteil, der nicht enttäuscht. Die Autorin schlägt hier eine etwas andere Richtung ein, lässt dabei aber keines ihrer Elemente außer Acht. Es wird emotional, spannend und man bekommt in guten Dialogen und einer abenteuerlichen Entdeckungsreise jede Menge Informationen zugetragen. Einzig und allein die Liebesgeschichte hat mich ab und ab nicht so sehr begeistern können und die Auflösung am Ende hatte noch großes Potenzial.

Eine klare Lesesempfehlung gibt es für ALLE, denn die Reihe ist neben Jennifer Benkaus Werken ein tolles Beispiel für eine grandiose Dystopie aus Deutschland :)






Für dieses Rezensionsexemplar! 


Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Keine Rezension] Special: Die neuen Bücher der Autorinnen von Beautiful Creatures


Keine Rezension ist eine Kategorie auf meinem Blog, um Bücher ganz kurz und knapp zu bewerten. Da ich sehr viel lese, finde ich nicht immer Zeit für Rezensionen und manchmal reichen die Gedanken nicht einmal fürs Bookish Fact Battle, aber da sind sie trotzdem…


 Heute möchte ich euch zwei Bücher vorstellen. Dabei handelt es sich um die neuen Werke beider Autorinnen, Kami Garcia und Margaret Stohl, welche die Beautiful Creatures (zu dt. Sixteen Moons) Reihe geschrieben haben und dadurch bekannt geworden sind :)

Ich war kein besonderer Fan des ersten Buches der Reihe, aber mit jedem neuen Teil wurde ich mehr und mehr in den Bann der Reihe gezogen. Besonders nachdem dem Film, den ich im Gegensatz zu vielen Fans wirklich megamäßig gut fand, habe ich die Reihe nochmal als Hörbuch verschlungen, um dann Band vier lesen zu können. Ich mochte den Abschluss gerne, wenn er auch (wie viele Bände der Reihe) etwas langatmig war.

Sehr gespannt erwartete ich das Erscheinen der neuen Bücher, denn sowohl Icons von Margareth Stohl als auch Unbreakable von Kami Garcia, klangen sehr viel versprechend. Warum eine der Damen voll bei mir punkten konnte und die andere eher nicht, erfahrt ihr jetzt in diesem Post. Fangen wir mal mit der positiven Meinung an! ;)




Ein Mädchen zwischen zwei Brüdern, uralten Geheimbünden und einem Dämon.

Als Kennedy Waters ihre Mutter tot auffindet, bricht ihre Welt zusammen. Noch ahnt sie nicht, dass dunkle Mächte am Werk sind. Bis die attraktiven Zwillinge Jared und Lukas Lockhart in ihrer Tür stehen und sie gerade noch retten – vor einem wütenden Rachegeist, der Kennedy töten wollte. Die beiden Brüder erzählen ihr von »The Legion«, einer jahrhundertealten Geheimgesellschaft, deren Aufgabe ist, die Welt vor einem mächtigen Dämon zu schützen. Alle fünf Mitglieder der Legion starben in einer einzigen Nacht. Und Kennedys Mutter war eine von ihnen. Jetzt ist es an Kennedy, ihren Platz einzunehmen. An der Seite der neuen Mitglieder der Legion, Alara, Priest und den Zwillingen, begibt sich Kennedy auf die Suche nach der einen Waffe, die den Dämon aufzuhalten vermag … im ständigen Kampf gegen tödliche Rachegeister.

(Klappentext der dt. Ausgabe/Erscheint am 28. Oktober bei cbj!)




Ihr solltet erst mal alle Vorurteile dem Buch gegenüber über Bord werfen. Hier gibt es nämlich kein Liebesdreieck und die Protagonistin ist kein weinerliches Mädchen, das gerettet werden muss. Mir gefiel das Buch auf den ersten Seiten bereits sehr gut. Ich liebe einfach das Gefühl nach den ersten Zeilen genau zu wissen: Das hier wird sehr unterhaltsam. Unterhaltsam - das ist Unbreakable nämlich zu 100%. 

Kennedy ist eine Figur, die man auf Anhieb sympathisch findet. Sie ist lustig, intelligent und lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Obwohl sie im Vergleich zu den anderen Jugendlichen, die von Familien der Legion abstammen, noch keine Ahnung oder Erfahrung ihrer Begabungen hat, trifft sie starke Entscheidungen, ist loyal und alles andere als ein Feigling. Direkt auf den ersten Seiten kommt die Geschichte rasch in Fahrt. Durch den Tod ihrer Mutter stellt sich Kennedys ganzes Leben auf den Kopf und als sie dann in ihrem eigenen Haus von einem Dämon angegriffen wird, dreht sie fast durch. So lernt die dann auch die beiden Brüder Jared und Lukas kennen, die ihr nämlich das Leben retten.

Meiner Meinung nach ist Unbreakable etwas für alle Fans von Anna dressed in Blood und Supernatural, denn ähnlich dem genannten Buch und der Serie ist das Haupthema des Romans, das Bekämpfen von Geistern und Dämonen. Dabei wird es oftmals spannend, unheimlich und die irrsten Gestalten treten hier auf den Plan. Es war einfach verdammt cool, mal wieder ein Jugendbuch zu lesen, das diese Thematik so interessant umsetzt!

Kennedy gehört nämlich neben den beiden Brüdern einer Familie an, die einen Kreis gebildet haben, der sich The Legion nannte und besondere Begabungen im Kampf gegen Dämonen und Geister immer weiter vererbt hat. So kann Kennedy später bestimmte Runen im Kampf benutzen und rettet sich und ihren Freunden mehr als einmal das Leben. Zu den Begabungen gehören aber auch Fähigkeiten wie der Einsatz von Waffen oder gefährlichem Wissen, das niemanden sonst zusteht. Neben der Protagonistin und den Brüdern, gibt es noch zwei weitere Figuren, die wichtig sind. Priest, ein kleiner Junge und der Mechaniker der Truppe und Alenna, die keinesfalls die 0815 Zicke ist, die man meint hier anzutreffen.

Die Charaktere waren alle richtig klasse. Sie hatten eigenständige Persönlichkeiten, benahmen sich zuwider aller Klischees und konnten mich sehr oft überraschen. Auch die Mischung aus den unterschiedlich alten Figuren war wirklich interessant und sorgte oft für Konflikte. Ein großer Pluspunkt des Buches war der erkennbare, rote Faden, der einem als Leser durch das Abenteuer des Buches führte, ohne dabei langweilig zu werden. Ich mag gradlinig strukturierte Geschichten, bei denen alles Sinn und Logik folgt, sehr gerne und das war hier der Fall. Ohne große Umschweife oder Drama erzählt Kami Garcia von der Suche nach einer Waffe der Legion, die im Kampf gegen einen besonders mächtigen Dämon helfen soll. Dabei entwickeln sich verschiedene Beziehungen der Charaktere untereinander und so manche Geheimnisse kommen ans Licht, die für jede Menge Ärger sorgen.

Unbreakable mag vielleicht kein Buch sein, das einen schockt oder tiefgründig ist bis zum Mittelpunkt der Erde, aber der Unterhaltungswert ist sehr groß, die Story zu jedem Zeitpunkt einfach amüsant und sehr atmosphärisch. Besonders Kennedy hat mit dem Verlust ihrer Mutter ein hartes Los gezogen und ist nicht von klein auf mit ihrer "Bestimmung" vertraut gemacht worden. Für mich hatte das Buch einfach alles. Von einer guten Handlung, zu einem flüssigen Schreibstil und liebenswerten Charakteren.

Natürlich gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, aber diese spielt sich eher am Rand ab, nimmt kaum Platz ein und ist alles andere als so dramatisch, wie es zunächst den Anschein haben mag :) Kleine Kritikpunkte am Buch wären für mich lediglich, das einige Charaktere der Runde etwas zu kurz kamen und auch manche Höhepunkte zu schnell gelöst werden konnten. Trotzdem erhält das Buch eine klare Leseempfehlung von mir und 8,5 Punkte mit starker Tendenz nach oben.



Das Englisch des Buches ist sehr einfach und bekommt daher ein B. Ich finde das englische Taschenbuch im Vergleich zur deutschen Ausgabe auch sehr viel günstiger. Das gibt es bei Amazon nämlich gerade für 6,90€ und ist deshalb auch in mein Regal gewandert.





Your heart beats only with their permission.

Everything changed on The Day. The day the windows shattered. The day the power stopped. The day Dol's family dropped dead. The day Earth lost a war it didn't know it was fighting. 
Since then, Dol has lived a simple life in the countryside -- safe from the shadow of the Icon and its terrifying power. Hiding from the one truth she can't avoid.

She's different. She survived. Why?

When Dol and her best friend, Ro, are captured and taken to the Embassy, off the coast of the sprawling metropolis once known as the City of Angels, they find only more questions. While Ro and fellow hostage Tima rage against their captors, Dol finds herself drawn to Lucas, the Ambassador's privileged son. But the four teens are more alike than they might think, and the timing of their meeting isn't a coincidence. It's a conspiracy.

Within the Icon's reach, Dol, Ro, Tima, and Lucas discover that their uncontrollable emotions -- which they've always thought to be their greatest weaknesses -- may actually be their greatest strengths.



Puhhhh! Ich weiß gar nicht so recht, was ich eigentlich von dem Buch halten soll. Als ich angefangen habe, es zu lesen gefielen mir auch hier die Charaktere auf Anhieb. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mir ein Bild von dem Handlungsort machen konnte und ich glaube, dass war auch mit eines meiner größten Probleme. Die Idee ist ziemlich originell und hat einen Sci-Fi-Touch, denn in Icons geht es um eine Welt, die von den sogenannten Icons "zerstört" wurde als diese wie Meteoriten auf die Erde eingeschlagen sind. Die Icons verhindern, dass Strom und andere Energiequellen genutzt werden können und legen so bestimmte Radien in der Zivilisation lahm. Es gibt zwei Parteien von Menschen im Buch. Jene, die herausfinden wollen, was hinter den Icons steckt und jene, die diese am liebsten vernichten würden. Dann gibt es noch einige Menschen, die in der Nähe der Icons spezielle Kräfte entwickeln, weil die radioaktive Strahlung ihre Gene beeinflusst. Das ist jetzt etwas sehr grob zusammengefasst, aber anders geht das leider nicht ;)

Im Zentrum der Handlung steht Dol und ihr bester Freund Ro. Die beiden fliehen aus ihrer Heimat, nachdem man aus merkwürdigen Gründen hinter Dol her ist und geraten dabei in die Fänge der Gegenspieler. Doch Lucas, der Sohn des dortigen Anführers hilft ihnen später bei der Flucht, denn die drei haben etwas gemeinsam: Sie zählen zu den Menschen, die von den Icons beeinflusst werden und somit wertvolle Kräfte entwickeln.

Wie gesagt, an sich finde ich die Idee wirklich gut und spannend. Auch der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Die Figuren, wie Dol, Ro und Lucas konnte ich sehr leicht mögen, aber bis auf das oberflächliche ankratzen ihrer Geschichten erfährt man hier nicht besonders viel. Sehr schade fand ich z.B. das der englische Klappentext praktisch Dols ganze Hintergrundgeschichte erzählt, man davon im Roman selbst aber kaum etwas liest. Austauschbar trifft es doch am besten, was die tragenden Rollen hier angeht.

Wirr und unübersichtlich. Das dachte ich sehr oft. Es mangelt dem Buch an den nötigen Erklärungen, Informationen, die den Plot stützen und auch die Motive der verschiedenen Charaktere nachvollziehbarer machen. An sich liest sich Icons ganz nett, aber hinter dem, was anfänglich so stark mein Interesse geweckt hatte, steckte leider sehr wenig. 

Man liest das Buch und fragt sich hinterher einfach: Was genau hast du da eigentlich gelesen? - und das war wirklich ein seltsames und unbefriedigendes Gefühl. Margaret Stohl beschreibt die Reisen der Freunde, ihre Ängste und Sorgen, aber man erfährt reichlich wenig über Setting, das Jahr oder die äußeren Umstände, welche ein dystopisch angehauchtes Buch sonst immer so charakteristisch machen. Teilweise fand ich den Roman sogar langweilig, denn die Kapitel werden von Berichten unterbrochen, die ich nicht ganz verstanden habe. Mal medizinische Fakten, dann wieder etwas zu Personen...worin der Sinn dieser Infos bestand ist mir leider schleierhaft.

Alles in allem, war Icons nicht das schlechteste Buch, welches ich gelesen habe. Die Idee hatte interessante Ansätze und die Charaktere viel Potenzial. Meinen Geschmack hat das Buch nicht getroffen, da besonders langatmige Beschreibungen und mangelndes Info-Dumping einfach nicht mein Fall sind. Da rate ich eher, zu Kami Garcias Werk zu greifen! 

Schwache 4 Punkte für den guten Start und die Ansätze.




Das Englisch des Buches ist ein C, denn viele der Vokabeln, besonders Adjektive, waren auch mir unbekannt und durch die verschachtelten Sätze, haben Anfänger sicher ein paar Probleme. 


Dienstag, 22. Oktober 2013

[Schatzkiste] Bevor ich sterbe



BAM! Es ist so weit. Ihre Eminenz Miss Tanja-Faulheit, hat es endlich geschafft eine Rezension Meinung zum Buch zu verfassen, von dem ich genötigt wurde es zu lesen und zu hassen. Der hassen-Part war nicht mal das Schwerste an der Sache, der mit dem Lesen schon...ich habe schon echt lange nicht mehr so lange an einem Buch gelesen.


ACHTUNG: Dieser Post enthält lediglich meine absolut nicht sachliche oder in keinster Weise fachkundige Meinung, sowie Schimpfwörter und Ausdrücke, die für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet sind. Und Spoiler. Viele Spoiler. Zur Not fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Gerne verschreiben diese Ihnen Medikamente gegen Symptome wie...

Hilfe-ich-will-aus-dem Fenster-springen
Oh-mein-Gott-ich-muss-etwas-mutwillig-zerstören
Fuck-Fuckity-Fuck-aber-auch

...oder in schlimmen Fällen

Ich-muss-alle-Bücher-die-mit-B-beginnen-verbrennen



Bevor ich Sex habe sterbe von Jenny Downham, ist ein Buch, das mich bereits auf der ersten Seite (!) ziemlich in den Wahnsinn getrieben hat. Die Protagonistin Tessa führt den Leser mit folgenden Sätzen in die Geschichte ein...

"Wenn ich doch nur einen Freund hätte. Ich wünschte,  er würde im Schrank von einem Kleiderbügel hängen. Immer wenn ich wollte, könnte ich ihn rausholen, und er würde mich so ansehen, wie die Jungs in Filmen, so als ob ich schön wäre. Er würde nicht viel sagen, nur schwer atmen, während er seine Lederjacke auszieht und den Gürtel seiner Jens aufschnallt." - S. 7 (die hier den Anfang bildet)

Die Autorin muss so ausgesehen haben als sie anfing den Roman zu schreiben:


Ganz ehrlich? Ich wäre da schon am liebsten ausgerastet, denn wie verdammt unsympathisch macht das Tessa bitte? Einen Jungen, wie ein Lustobjekt in den Schrank hängen und rausholen, wenn man ihn will? Ehm, das habe ich im Alter von 12 mit meinen Barbie Puppen gemacht. Way to go, Jenny Downham!

Die Autorin hat allgemein eine ganz furchtbare Art, ihre Charaktere in Szene zu setzten, denn jede der Figuren definiert sich über eine Art Tätigkeit. Tessa lernt man also zuerst als ziemlich ehm...notgeiles Mädchen kennen, das Sex mit Liebe verwechselt, aber jo, genau das erzählen einem die Jugendfilme von heute...nicht! Selbst Filme wie Twilight sind da doch extrem hochgeschlossen und ich frage mich, was denn Tessa bzw. die Autorin gesehen hat, um auf solche Ideen zu kommen. Also Terminator sicher nicht xDD



Aber zurück zu der Familie. Tessa hat einen Vater und einen Bruder. Jup, auch eine Mutter, aber die kommt im Buch einfach nicht vor. Wer braucht die denn auch, wenn der Vater ein Würste-Grill-Meister ist und der Bruder ein Badewannen-Tiefsee-Taucher. Mehr erfährt man über die beiden nämlich nicht. Le Wurst und le Badewanne definieren hier also die wichtigsten Menschen in Tessas Leben. Als Leser hat man da jede Menge Interpretations Spielraum...was sagt es über Menschen auf, wenn sie Würste und Badewannen mögen?




Na schön! Da ist meine Phantasie mit mir durchgegangen....aber was ich mir NICHT eingebildet habe, waren die folgenden Kapitel, in denen man erfährt, das Tessa krank ist, bald stirbt und deshalb eine to-do-Liste abharken will, ganz oben steht SEX. Jaaaa...genau, das Mädchen stirbt und sie könnte alles tun, aber nein, da in ihrem Kleiderschrank keine Kerle an Bügeln hängen, muss ein Plan her!

Zusammen mit ihrer bitchigen besten Freundin Zoey, stürmt Tessa den nächstbesten Club, um einen Jungen zum vernaschen zu suchen. Dort wird fett abgefeiert...


...bis ein Objekt der Begierde gefunden ist. Schupp die wupp, gehts zur Wohnung von den Kerlen - einer für Zoey, einer für Tessa versteht sich und Tessa bringt es hinter sich. In gefühlten zwei Sekunden. Ich weiß, das Sex in Jugendbüchern nicht oft thematisiert wird, aber es so kalt und krank zu beschreiben, ist mir auch noch nie untergekommen. Jedes Mädchen, das ein bisschen Würde hat, muss doch bei so etwas den Kopf schütteln!

Alles, woran Tessa wieder denkt, ist der Vergleich von Büchern mit der Realität. Denn so hat sie sich das alles nicht vorgestellt. Was hat das Mädel denn bitte vor ihrer Krankheit getan? War sie auf dem Mond oder wieso bitte, lernt sie alles aus Büchern und Filmen? Da gibt es etwas, das nennt man soziale Integration. Die fängt im Kindergarten an und hört erst NACH dem Tod auf. Vielleicht habe ich die Vorgeschichte verpasst?


Das muss es wohl sein, denn ansonsten würde ich das alles verstehen können.


Nice one, Dean! <3 font="">

Was hat mich denn sonst noch so gestört, nachdem ich Bevor ich zum wilden Kannickel wurde sterbe weiter gelesen habe. DIE FUCKING GRAMMATIK! Die gibt es in diesem Buch nämlich kaum. Ich meine House of Night hat sich ja noch Mühe *hust* gegeben, sich dem Slang der Ghetto Bitches anzupassen, aber was hier manchmal zustande kam O.o

"O doch! Jung kaputt spart Alzheimer." - S. 21


Ein bisschen Kauderwelsch am Morgen, vertreibt Kummer und Gehirnzellen!

Das ist aber noch nicht alles, denn auch die Metaphern sind unbeschreiblich.

"Mir fällt auf, wie behutsam er nachdem Lenkrad greift, so als würde er ein 
seltenes Tier locken, ihm aus der Hand zu fressen." - S. 97






ALLES MACHT SO VIEL SINN!


SINN!

SIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINN!


An dieser Stelle würde ich normalerweise versuchen den weiteren Inhalt des Buches zu beschreiben, aber...den gibt es nicht. Es dauert nämlich verdammt lange, bis man wieder etwas einigermaßen Amüsantes passiert. Tessa gammelt zu Hause ab. Ihr Bruder ist ein noch verzogeneres Balg als sie und Zoey führt den Bitch-Modus so oft aus, dass mein Gehirn ihre Szenen automatisch übersprungen hat, denn..ERROR: WIEDERHOLUNGEN.


ICH HASSE WIEDERHOLUNGEN MEHR ALS SCHLECHTE BÜCHER!!!


Blaaaaaaaaaablaaaaaaaaaablaaaaaaaaaaaa...

Die nächste nennenswerte Stelle ist der nächste Absacker im Buch. Denn es kommen Drogen ins Spiel. Viele Drogen. Harte Drogen und weiche Drogen, bunte Drogen und nicht existente Drogen. Scheiß drauf, Tessa stirbt ja bald, da MUSS man nachdem Sex auch mal Drogen einschmeißen. So lernt sie dann auch Love-Interest Adam kennen. Er ist der Dealer.



Tessa fährt so dermaßen auf den Stoff ab, dass sie davon redet, alles, was man bräuchte um den Krebs zu besiegen wäre der Wald und die Drogen. Für ein paar Momente träumt man als Leser doch wirklich davon, dass sie wie Mogli im Dschungel verschwindet und jemand anderes die Geschichte weiter erzählt, z.B. mit Katzen in der Hauptrolle!

Naturellement Le Aristocats!



Passiert aber leider nicht -.-

Stattdessen haben Tessa und Adam eine Art erstes Date, wo es in den Wald geht (hey, der Junge hat aufgepasst, worauf sie steht!) und dort erklärt er ihr, das er die magischen Drogen Pilze an dieser Stelle gefunden hat, wo sie gerade sitzen. Damn! ROMANTISCH! 



Auf Tessas mega langen Liste steht nach haufenweise Sex, Ladendiebstahl. Ja, jetzt wird es ziemlich lustig. Im Buch beschreibt sie Stehlen wie Erdbeeren pflücken...da bekommt man Hunger, oder? Sinnloses Zeug wird dann ganz offenkundig in die Taschen gepackt und gehortet. Das Seltsame ist, dass nur Tessa erwischt wird, Zoey aber nicht. Reicht ja auch einen Dieb pro Tag zu schnappen, wa? Ich meine TESSA HAT KREBS. Das ist auch die Gott verdammte Erklärung für ALLES im Buch. Damit will sie sich sogar raus reden, aber die Mitarbeiterin juckt es nicht die Bohne. Hallo? Du hast gerade ein Verbrechen begangen und sagst: ICH HABE KREBS??? Wo liegt da nur der Fehler...

Ich weiß, das die Tatsache ihrer Krankheit furchtbar traurig oder gar berührend sein sollte, aber da Tessa selber die Gefühlswelt eines Toastbrot hat und sich wie eine dumme, zickige Kuh benimmt, die ihren Vater andauernd anmotzt, obwohl er alles für sie tut, macht es unmöglich auch nur einen Funken Mitleid zu haben. Oder Respekt. Ich habe viele Bücher mit kranken Protagonisten gelesen und niemand hat sich so benommen wie Tessa. Die wenigen Krankenhausszenen waren dazu noch so kalt und trocken beschrieben, das Tessa genauso gut auf dem Klo gesessen haben könnte - hätte den gleichen Effekt gehabt: KEINEN.


Was das Bild mit dem Buch zu tun hat? Gar nichts, aber irgendwie muss ich eure Aufmerksamkeit ja weiter auf diesen Mist hier lenken. 

Naturellement Le Aliencats!


Noch da? Perfekt.


Nein. Schnell nochmal das Bild von den fliegenden Katzenbällen ansehen.

Scheiße, die sind rund! 

Ok...weiter...nein, nochmal drauf schauen.

Srrrr...fliegende Katzenbälle! YAY!


OK. Jetzt aber. 

Nachdem man es geschafft hat fast bis zum Ende zu gelangen folgt das, was man während des Romans absolut nicht vermisst hat: Beschreibungen von Adams umwerfenden Aussehen, das Tessa wieder ganz heiß macht. Sex usw. Wieder einmal erfolgt der schwache Versuch einen Charakter als liebenswürdig und loyal darzustellen, nur, weil er gut aussieht.

Wann zur Hölle wird das endlich ein Ende haben?

Ach und zwischendurch will Zoey noch ein ungeborenes Kind abtreiben. Tessa findet das nicht gut, hält aber ihr Maul. Man denkt, das Kind wird abgetrieben, aber am Ende hat Zoey doch eins und WTAGEJEÖDMEEJONDN O.o 


Dann werden Tessa und ihr Vater interviewt, weil sie Krebs hat. Hatte ich schon erwähnt, dass Tessa Krebs hat? Traurig, nicht wahr...furchbar traurig! Ihr Vater stellt sich selber als Helden dar, der alles für seine Tochter tut (involviert mehr als nur Würste braten) und Tessa sagt so gut wie nichts, was ihr Persönlichkeit steht. Das NICHTS meine ich.

Weiter gehts mit dem Konflikt "Daddy-ich will das Adam hier einzieht, ach und bei mir im Bett schlafen soll er nebenbei bemerkt übrigens auch noch, denn ich habe Krebs!"

Vadda sagt nein. Tessa ist unglücklich.



Kurz vor Schluss lässt eine Infektion Tessa schneller sterben. Sie liegt nur noch im Bett rum, während abwechselnd, ihr Bruder, ihr Vater oder Adam neben ihrem Bett stehen. Bevor ich es vergesse. Es gibt da auch noch diese Szene, wo Tessa aus dem Krankenhaus geht und zu Hause eine Runde Rockstar spielt, denn sie schlägt alles mögliche kaputt und bringt ihren Vater zum weinen. Aber, hey: SIE HAT KREBS. 

Die letzten Seiten sind ein wirrer Mix aus komischen Erinnerungen und Gesprächsfetzen. Wie zu erwarten war, stirbt Tessa. Leider zieht sich das sehr unrealistisch über mehr als 10 Seiten hinweg und ist genauso emotionslos beschrieben, wie der ganze Rest. 


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