Sonntag, 31. März 2013

[Bookish Fact Battle] The Space Between




Es kommt immer mal wieder vor, das man für ein Buch nicht allzu viele Worte findet und man es nicht schafft eine ordentliche Rezension zu verfassen. Bookish Fact Battle stellt euch jeweils 5 Gründe das Buch zu mögen und 5 Gründe dies eben nicht zu tun vor.

Welche Seite schneidet am Ende besser ab? :)



Das Buch


Infos

Titel: The Space Between
Auf Deutsch: Die Blumen des Schmerzes
Autor/in: Brenna Yovanoff
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Nein!
Englischschwierigkeitsgrad: C




Worum gehts?

Being the youngest daughter of the Devil has never been easy. Daphne's father has no time for her, her mother no interest, and her status in the upper echelon separates her from the working-class demons that populate Lucifer's metropolis. When her brother and only confidante goes missing, life in the restrictive city of Pandemonium becomes intolerable. Now, in an attempt to find him, Daphne sets out for Earth - and finds it larger and more chaotic than she imagined: a dazzling expanse of noise, dirt and random violence. Despite her bewilderment, she navigates the mortal world with growing fascination, gaining an ally when she saves a dying boy from her father's minions. 

For Truman Flynn, the last year has been one long downward spiral, but when Daphne arrives just in time to save his life, he finds himself unexpectedly glad to have another chance. Together, Daphne and Truman go in search of her brother, braving the hazards of Las Vegas and the perils of first love, even as it becomes increasingly clear that her brother might have had a secret and compelling reason for leaving. Lucifer's agents aren't the only creatures on the prowl, and Daphne soon finds herself the target of a plan to rid the world of demons for good. Now she must evade a demon-eating monster, rescue her brother from an angelic zealot, and save the boy she loves from his greatest enemy - himself.


Battle Facts

5 Gründe, das Buch zu mögen…

1) Der Prolog macht Lust auf mehr!
2) Die vollkommen abgespacte Idee ist interessant!
3) Nichts mit 0815 Charakteren!
4) Bizarre Wendungen!
5) Hier geht es alles andere als sanft zu!


5 Gründe, dies eben nicht zu tun…

1) Die Story verliert schnell den roten Faden. 
2) Daphne ist ungebildet und egozentrisch.
3) Bei mir ging die Logik mit der "Menschenwelt" nicht auf.
4) Die Gegenspieler sind platt, platt und platter.
5) Die Lovestory fand ich noch platter :(



Fazit

The Space Between war für mich eines dieser Bücher, die richtig gut anfingen! Der Prolog des Romans ist verdammt Atmosphärisch und so interessant! Die ganze Idee von Brenna Yovanoff ist einfach so neu und einzigartig gewesen, das ich dachte: na logo wird das ein Hit! Das denken jedenfalls auch alle anderen Rezensenten, deren Meinung ich bisher gelesen habe. Hat das Buch einfach nicht meinen Geschmack getroffen? Gibt es vielleicht doch ein paar Handfeste Punkte, an denen ihr das fest machen könnt?

Zunächst einmal steht die Autorin keinesfalls für Mainstream und das finde ich gut. Ihre Ideen sind bizarr, verrückt und abgedreht - genau wie die Charaktere, was diesen Faktor als großen Pluspunkt dastehen lässt. Mir wurde das Buch aber schnell eine Spur zu viel von all dem. Die Geschichte kommt schnell in die Gänge - zu schnell vielleicht - und sämtliche Erklärungen zu den zwei Welten, den Kreaturen und ihren Fähigkeiten fällt einfach weg. Daphne war mir mehr als nur unsympathisch. Sie stürzt sich Hals über Kopf in eine Mission für die ihr das nötige Know How einfach fehlte. So passt sie sich mehr schlecht als recht der Menschenwelt an und löst jedes Problem mit ihren Dämonen Kräften Oo

Trotz der seltsamen Wendungen, die einfach NIE vorhersehbar werden, konnte mich der Plot des Buches nicht packen und mich verließ schnell die Lust am Lesen. Das lag vor allem daran, das die Gegenspieler bzw. sämtliche Motive der Charaktere ziemlich platt waren und die Liebesgeschichte noch furchtbarer. Ich finde im Klappentext klingt das alles so schrecklich episch, aber im Roman sieht das alles so ganz anders aus. Daphne und Truman kommen sich schnell näher, trotz der Differenzen, die so deutlich sind. Beide benehmen sich einfach nur seltsam in der Nähe des anderen. Ich dachte immer: hä, was passiert da gerade? - wenn ein Dialog begann und sie um den heißen Brei herum geredet haben. 

Besonders fürchterlich fand ich wie selbstverständlich beide mit der ganzen Situation umgehen. Truman hat zwar Erfahrungen, was den paranormalen Aspekt angeht, trotzdem geht doch kein Mensch normal mit dem ganzen Mist um, den er da erlebt! Daphne kam mir auch so vor, als würde sie nach dem Motto leben: probieren geht über studieren. Beide in dieser Kombination sorgten bei mir oft für Verwirrung. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen oder überraschen. Dafür, das die Charaktere die Hälfte des Buches nicht in die Gänge kommen, ging der Showdown viel zu rasant dem Ende entgegen. 


Wertung



[Bookish Fact Battle] Rot wie das Meer



Es kommt immer mal wieder vor, das man für ein Buch nicht allzu viele Worte findet und man es nicht schafft eine ordentliche Rezension zu verfassen. Bookish Fact Battle stellt euch jeweils 5 Gründe das Buch zu mögen und 5 Gründe dies eben nicht zu tun vor.

Welche Seite schneidet am Ende besser ab? :)



Das Buch



Infos

Titel: Rot wie das Meer
Autor/in: Maggie Stiefvater
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Nein!





Worum gehts?

Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot.


Battle Facts


5 Gründe, das Buch zu mögen…

1) Der Schreibstil - wunderschön!
2) Die spürbare Liebe zu Pferden!
3) Die vielen Infos hinter der Story!
4) Die vielschichtigen Charaktere!
5) Ein herrlich trauriges Ende!


5 Gründe, dies eben nicht zu tun…

1) Die ausführlichen Beschreibungen.
2) Zu viel Nebenhandlung. 
3) Überspitzte Dramen. 
4) Die unspannende Flaute im Mittelteil. 
5) Einfach zu viel PFERD. 



Fazit

Rot wie das Meer war ein Buch auf das ich mich sehr gefreut habe! Besonders nach der Lesung der Autorin auf der Lit.Cologne war ich mir sicher, dieses Buch lieben zu müssen, lag damit aber leider falsch :/ Maggie Stiefvater hat einen wunderbaren Schreibstil und ist für mich eine Wortkünstlerin! Ich kann von ihren Geschichten immer sehr schwer los kommen und das war hier auch der Fall, obwohl besonders das Thema "Pferde" mich nicht sonderlich angesprochen hat. Versteht mich nicht falsch! Im Buch geht es um sehr viel mehr, als nur das Rennen...es geht um Freundschaft, Liebe und Familie und das fand ich schon in der Nach dem Sommer Trilogie so wunderschön umgesetzt, aber hier gab es sehr viele Stellen, die eben auf die Tiere bezogen waren. Besonders da Sean sein "Pferd" so sehr liebt und sich sein ganzes Leben um dieses dreht. Da kommt die Beziehung zwischen Mensch und Tier natürlich nicht zu kurz und mir persönlich ging das Gerede über die "Pferde" nicht so nahe. Ich fand es spitze, wie sehr man auch die Liebe der Autorin zum Thema herauslesen konnte und es war alles andere als schlecht, mich persönlich hat das alles nur einfach nicht so gepackt wie erwartet.

Die Geschichte kam für meinen Geschmack auch viel zu langsam ins Rollen. Die Kapitel aus der Sicht von Sean oder eben Puck waren immer sehr kurz und konnten daher nicht immer Spannung aufbauen. Es hat lange gedauert, bis ich Bezug zu den Charakteren herstellen konnte, was ich sehr schade fand, da ich sie beide doch sehr mochte. Besonders der Mittelteil gleicht einer Flaute, in der sich alles nur um dieselben Informationen aus zwei Perspektiven erzählt, dreht und das mochte ich nicht sonderlich. Toll hingegen war, wie unterschiedlich sich beide Erzähler waren und wie viel Einblick man in deren Leben erhaschen konnte. 

Das Sean durch die Begegnung mit Puck wieder mehr Anteil an den Menschen um sich herum nimmt, fand ich sehr schön gelöst! Die Liebesgeschichte war ebenfalls nicht so ganz überzeugend. Sie war gut zu lesen, so wie das ganze Buch, aber all zu viel steckte nicht dahinter :/ Mir hat hier etwas der Tiefgang gefehlt. Die Annäherung der beiden Charaktere ging mir zu schnell.

Dafür gefiel mir das bittersüße Ende des Romans doch sehr gut! 

Alles in allem war ich leider eher enttäuscht vom Buch. Mir gab es echt zu viel "Pferd" und zu wenig Story neben dem ganzen Thema rund um das Rennen. Es gibt zwar einige blutige und gruselige Stellen, wenn sich die Pferde aus dem Wasser wagen, aber für mein Leserherz war es einfach zu wenig Spannung, um mich dauerhaft an die Geschichte von Sean und Puck fesseln zu können. Nett  - mehr auch nicht, trotz Wortzauber!


Wertung



Montag, 25. März 2013

[BUCHREZENSION] Watersong: Sternenlied




Titel: Sternenlied
OT: Watersong
Autor/in: Amanda Hocking
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Watersong #1









Amanda Hocking, geboren 1984, lebt in Austin, Minnesota. Sie wurde im Zeitraum von Dezember 2010 bis März 2011 mit ihren selbst verlegten Romanen überraschend zur Auflagen- und Dollar-Millionärin. Inzwischen hat die ehemalige Altenpflegerin Filmrechte für eine ihrer Trilogien verkauft und mit dem US-Verlag St Martin's Press Verträge über mehrbändige Jugendbuchreihen abgeschlossen. Hocking gilt als derzeit erfolgreichste selbst verlegte Schriftstellerin der Welt.




Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 320
Verlag: cbt


Englisch
Gebunden/ 13,50€
Taschenbuch/ 9,50€
Seiten: 309
Verlag: Pan Mcmillan







Vielversprechender Start mit guten Twists! :)



Kurzbeschreibung

Wer ihrer Schönheit verfällt, verwirkt sein Leben.

Sie sind schön. Sie sind stark. Und gefährlich. Penn, Lexi und Thea ziehen alle Blicke auf sich – sie aber haben nur Augen für Gemma. Immer tiefer ziehen die geheimnisvollen Fremden Gemma in ihren betörenden Bann. Doch dahinter lauert eine Welt, die faszinierender, abgründiger und tödlicher ist als alles, was Gemma je erlebt hat …


Die 16-jährige Gemma liebt das Meer. Und sie liebt ihren besten Freund Alex. Der Sommer verspricht perfekt zu werden – bis die geheimnisvollen Mädchen Penn, Lexi und Thea auftauchen und Gemma in ihren Bann ziehen. Nach einer gemeinsamen Partynacht fühlt Gemma sich wie ausgewechselt: stärker, schneller und schöner als je zuvor. Was ist passiert? Als sie die Wahrheit erfährt, ist es bereits zu spät: Die verführerische Welt der Sirenen lockt Gemma unaufhaltsam in die tödlichen Tiefen des Meeres ...

Buchgestaltung
Ich mag es immer, wenn Original Motive übernommen werden, besonders weil dieses hier so gut zur Geschichte passt. Es geht zwar meiner Meinung nach nicht ausschließlich um Gemma, aber trotzdem steht sie mehr im Vordergrund, als ihre Schwester Harper. Das Beste ist aber, unter dem Schutzumschlag versteckt:
Sieht das nicht super aus?! :D ich bin echt begeistert! Sternenlied macht übrigens auch einigermaßen Sinn, weil Gemma und Alex gerne Sterne gucken.
Meinung

Amanda Hocking versteht es einfach aus einem Thema, das es noch nicht sonderlich oft gab, eine spannende Geschichte zu schreiben! Ihre Tochter der Tryll Reihe mochte ich sehr gerne, auch, wenn ihre Vampir Romane bei mir eher schlecht abschnitten. Watersong: Sternlied ist der Auftakt zu einer neuen Reihe (keine Trilogie), die sich mit Siren/Nixen beschäftigt.

Durch den Klappentext erfährt man leider allerhand über den Verlauf der Story und es braucht schon mehr als 100 Seiten, um an einen Punkt der Geschichte zu langen, der einem jetzt nicht so bekannt vorkommt. Natürlich braucht jede Geschichte eine Weile, um mit einer Wende aufwarten zu können und die Autorin hat sich etwas Gutes einfallen lassen, um diesen Einführungspart zu überbrücken. Und zwar schreibt sie die Geschichte abwechselnd aus der Sicht beider Schwestern. Gemma ist das Mädchen, das im Klappentext erwähnt wird und Harper ihre große Schwester. Am Anfang habe ich mich doch sehr darüber gewundert, das Harper so viel Platz in der Handlung einnimmt, aber im Verlauf der Geschichte merkt man warum. Harper nimmt nämlich eine größere Rolle ein, als zunächst wichtig erscheint und besonders am Ende ist sie gefragt. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, das Band zwei nur noch aus ihrer Sicht geschrieben sein wird – mehr wird nicht verraten! :)

Wie man es nicht anders von Amanda Hocking gewohnt ist, schreibt sie flüssig, lebendig und sehr mitreißend. Schnell ist man in der Geschichte drin und liest besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr gerne. Es gibt Gemma, ihre Schwester Harper, den Nachbar Alex, Daniel, der auf einem Boot lebt und die mysteriösen Mädchen, die sich ständig am Meer aufhalten. Hocking macht keinen Hehl daraus, wohin sich hier die Liebesgeschichten bewegen und auch nicht daraus, wer Gut und Böse ist. Stören tut man sich als Leser nicht daran, weil besonders die Dialoge zwischen den Gemma und Alex und Harper und Daniel einfach nur so vor Sarkasmus und Charme trotzen und ich sie dadurch alle sehr mochte. Paar zwei war mir aber etwas sympathischer. Was mir besonders gut gefiel war, das beide Geschichten so unterschiedlich sind. Das liegt vor allem daran, das dies auch auf beide Schwestern zutrifft. So findet der Leser sicher jemanden, mit dem er sympathisieren kann. Während Gemma selbstbewusst und zielstrebig ist, ihre Träume auslebt und gerne Spaß hat, benimmt sich Harper eher eine Mutter, weil die Verantwortung für ihre Schwester schwer auf ihr lastet. Dazu gehört natürlich keine minder dramatische Hintergrundgeschichte.

Das Buch lebt von seiner Schnelligkeit, die auch den Plot beeinflusst. Wo es am Anfang noch etwas zäher zugeht, wird es ab der Mitte durchgehend spannend und aufregend. Was mich hier besonders überraschen konnte, war, das die Autorin einen mythologischen Hintergrund verwendet hat, um die Aussage ihres Romans zu unterstützen. Dabei macht sie aus den griechischen Sagen gleichzeitig etwas eigenes und verknüpft gelungen Mythos und Modernes miteinander. Das war wirklich mein Lieblingsteil der Geschichte! Durch die Fakten wird die Geschichte gleichzeitig auch etwas authentischer und unterscheidet sich von anderen Storys über Wasserwesen, auch, wenn diese hier auf das gleiche aus sind. Ich habe so einiges mehr an Klischees erwartet und wurde doch immer wieder positiv umgestimmt. Auch, wenn die Erzählung nicht wirklich der Mittelpunkt der Geschichte ist, so konnte mich besonders der daraus entstehende Konflikt fesseln!

Gemma steht vor vielen Entscheidungen und die Autorin hat es so eingefädelt, das sie dabei nicht immer eine Wahl hat. Das Ende des Buches war randvoll an Action und Drama. Ich hatte besonders den letzten Abschnitt so nicht kommen sehen! :)

Was mir nicht so gut an dem Buch gefallen hat, war definitiv der Anfang. Insbesondere die Annäherung zwischen Gemma und Alex war zwar ganz süß, aber leider auch der Punkt, der Geschichte, der für meinen Geschmack etwas zu ausgeschlachtet wurde. Schade fand ich, das die Autorin hier zunächst viel auf Äußerlichkeiten zurück gegriffen hat, was sich später aber Gott sei Dank änderte.




Ein lesenswerter Auftakt zu einer neuen Buchreihe, von der ich mir noch viel erwarte. Besonders die Dialoge konnten mich begeistern und zum lachen bringen. Ebenfalls ein großer Pluspunkt war der mythologische Aspekt und das rasante Ende! Zu Beginn zieht sich die Erzählung durch die Vorhersehbarkeit etwas in die Länge, woran man sich stören kann, aber nicht muss. Zusammenfassend bietet Watersong eine interessante Idee mit Potenzial, das hoffentlich in den Folgebänden etwas mehr ausgeschöpft wird.





Auf Englisch ist die Fortsetzung bereits erschienen. Weitere Bände befinden sich in Planung.
Über die deutsche Übersetzung ist bisher noch nichts bekannt!






Für dieses Rezensionsexemplar! :)

Sonntag, 24. März 2013

[BUCHREZENSION] Die Kane Chroniken: Der Feuerthron





Titel: Der Feuerthron
OT: The Throne of Fire
Autor/in: Rick Riodan
Genre: YA Fantasy, Mythology
Buchreihe: Kane Chronicles #2








Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, USA, und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in über dreißig Länder verkauft worden. In den Kane-Chroniken nimmt er sich nun die ägyptische Götterwelt vor.





Deutsch
Gebunden/ 17,90€
Seiten: 480
Verlag: Carlsen


Englisch
Gebunden/ 13,60€
Taschenbuch/ 6,70€
Seiten: 464
Verlag: Hyperion






Starke Action, fulminante Kämpfe, doofe Helden...


Kurzbeschreibung

Der finstere ägyptische Gott Seth ist besiegt! Carter und Sadie Kane könnten sich also ganz ihrer neuen Aufgabe widmen: der Ausbildung von Nachwuchs-Magiern. Doch schon wieder kommt etwas dazwischen. Die Chaos-Schlange Apophis erhebt sich und strebt nach der Weltherrschaft. Der Einzige, der sie zurückschlagen könnte, ist der Sonnengott Ra. Sadie und Carter müssen ihn unbedingt auf ihre Seite bringen. Allerdings wirkt der Gott etwas – nun ja – unmotiviert. Um ihn aus seiner Lethargie zu wecken, brauchen die Kane-Geschwister mehr als ihre magischen Kräfte.
Buchgestaltung
Es geht nichts über das englische Cover! Ich liebe das Motiv einfach total und finde, es ist eines der besten Cover aller Zeiten. Ich finde die deutsche Aufmachung aber generell nicht schlecht! Der Carlsen Verlag gibt sich immer große Mühe, dem Inhalt der Bücher gerecht zu werden und etwas eigenes zu gestalten. Der Titel wurde 1:1 übernommen und passt sehr gut.
Meinung

Obwohl es eine ganze Weile her ist, das ich Band eins der Reihe gelesen habe erinnere ich mich an genau zwei Dinge. Erstens, der Inhalt des Romans war spannend und gut erzählt und zweitens, die Charaktere haben mich in den Wahnsinn getrieben. Das war hier exakt der gleiche Fall. Nur wenige Szenen konnten hier jedoch das Ruder herum reißen, sodass ich der Feuerthron besser fand, als seinen Vorgänger.

Ich weiß einfach nicht, woran es liegt, aber sobald Carter oder Sadie die Klappe öffnen, schaltet mein Gehirn von Unterhaltungswert auf Nervfaktor um. Das ist natürlich ein riesengroßes Problem, weil die Geschwister die Geschichte ja hautnah wiedergeben. Wie in Band eins, wird der Roman in einer Art Aufzeichnungs-Modus wiedergegeben, was bedeutet, das die Geschwister sich wieder gegenseitig unterbrechen, sich reinreden und während des Erzählens zanken ohne Ende. Überraschenderweise hat es aber eine ganze Weile gedauert, bis ich mich so gefühlt habe, denn schon der Anfang ist sehr spannend gestaltet. Was ich gut fand, waren die Wiederholungen, die sich wirklich nur an das nötigste hielten und die Erinnerung wieder aufgefrischt haben. Mir waren so einige Details entfallen, was besonders bei der komplexen Mythologie kein Wunder ist – danke, Rick Riordan!

Der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm und flüssig zu lesen und typisch Riordan an vielen Stellen zum brüllen komisch. Ich habe eine ganze Weile mit Carter und Sadie sympathisiert, weil sie durch ihre Abenteuer erwachsender und sich auch einer Verantwortung bewusst geworden sind. Schnell wurden ihre Cabelein aber wieder etwas zu übertrieben für meinen Geschmack und einfach zu kindisch.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass der Roman einfach richtig gut war! Ein neues Abenteuer wartet nicht lange auf sich, denn die Geschwister haben nur noch fünf Tage Zeit, um die drei Rollen der Sonnenlitanei zu finden und das ist alles andere als genug für diese schwierige Aufgabe. Das Chaos steht sozusagen vor der Tür und mit viel Unterstützung machen sich die beiden ans Werk, ihren Rollen gerecht zu werden. Dabei passieren so viele aufregende und spannende Dinge, das man diese kaum an beiden Händen abzählen kann. Der Autor überrascht wieder besonders durch neue magische Gestalten und bösartige Herausforderungen, die viel Kampfgeist und Mut abverlangen, etwas, das beide Geschwister zwar besitzen, aber sie nur vereint zum Ziel führen kann. Im Team zu arbeiten sind sie inzwischen gewohnt, aber trotzdem kriselt es öfters mal. Genau diese Konflikte fand ich hier sehr interessant. Wieder einmal kristallisiere sich die Eigenschaften von Carter und Sadie heraus.

Dabei fand ich es sehr gut, das man hier noch mehr von beiden erfährt, was es mir leichter gemacht hat, ihre Launen zu ertragen und den Hintergrund zu ihren Motiven nachvollziehen zu können. Beide sind nicht perfekt und haben viele Schwächen, aber in diesem Band, habe ich endlich mehr von ihren Stärken gesehen, die so viele Leser schon in Band eins so sehr mitreißen konnten. Das Buch hat sich meiner Meinung nach auch etwas mehr mit Sadie beschäftigt, was ich ebenfalls mochte. Sie hat im Vergleich zu Carter auch noch Liebesprobleme, die mich allerdings nicht so sehr interessiert haben. Was dagegen wieder Pluspunkte sammeln konnten, waren alte und neue Nebencharaktere, die durch die vielen Facetten Abwechslung gebracht haben.

Rick Riordan ist inzwischen ja Experte, was das glaubhafte Schildern von mythologischen Zusammenhängen betrifft und das Einfügen eigener Ideen betrifft und auch das gelingt ihm hier wieder tadellos. Man lernt einfach nie aus, was diesen Autor betrifft! Ich fand die vielen Infos wieder wahnsinnig faszinierend und dabei so gut und lehrreich erklärt, wie es eben nur dieser Autor kann.




Band zwei ist Actionreicher und spannender als der Vorgänger. Die Mythologie ist gut erzählt und man lernt so einiges. Den Unterhaltungswert drücken leider, die mir persönlich etwas zu egoistischen und teilweise nervigen Protagonisten. Für Fans der Reihe ein Muss. Jeder, der Band eins mochte wird Band zwei lieben. Allen anderen sei gesagt: ihr werdet hier dieselben Probleme, wie zuvor haben.







Auf Englisch ist Band drei bereits letztes Jahr erschienen.
Auf die deutsche Übersetzung müssen wir uns allerdings noch gedulden.





Für dieses Rezensionsexemplar! :)

[BUCHREZENSION] Was geschah mit Mara Dyer?





Titel: Was geschah mit Mara Dyer?
OT: The Unbecoming of Mara Dyer
Autor/in: Michelle Hodkin
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Mara Dyer #1







Michelle Hodkin wurde in der Nähe von Miami geboren und wuchs im Süden Floridas auf. Sie besuchte das College in New York und später die juristische Fakulät in Michigan. Wenn sie nicht schreibt, kümmert sie sich um ihre Tiere. ›Was geschah mit Mara Dyer?‹ ist ihr erster Roman.




Deutsch
Broschiert/ 14,95€
Seiten: 480
Verlag: dtv


Englisch
Gebunden/ 12,70€
Taschenbuch/ 7,60€
Seiten: 480
Verlag: Simon & Schuster







Endlich mal wieder eine originelle Lovestory! :)


Kurzbeschreibung

Als Mara aus einem mehrtägigen Koma erwacht, erfährt sie, dass über ihr ein altes verlassenes Haus zusammengestürzt ist. Ihre beiden Freundinnen konnten nur tot geborgen werden, die Leiche ihres Freundes Jude wurde nicht gefunden. Mara hat keine Erinnerung an jene Nacht und begreift nicht, warum sie die Katastrophe als Einzige überlebt hat. Seit dem Unglück hat sie Albträume und Visionen – immer wieder sieht sie ihre toten Freunde, bis sie nicht mehr weiß, was Realität ist und was Einbildung. Als sich die mysteriösen Todesfälle in ihrer unmittelbaren Nähe mehren, sucht sie Hilfe bei ihrem Mitschüler Noah. Doch der hat ein eigenes dunkles Geheimnis...
Buchgestaltung
Ich finde das Cover Motiv sehr originell. Mir gefällt die deutsche Aufmachung aber besser, als die Englische. Die kräftigeren Farben und auch die Typografie sehen in dieser Anordnung viel besser aus. Der englische Schriftzug nimmt dem Motiv etwas von seiner Wirkung und sieht wie hin geklatscht aus. Was geschah mit Mara Dyer ist eine gelungene Übersetzung, auch, wenn der Titel nicht so mysteriös klingt, wie das Original.
Meinung

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann eine Lovestory mich so überraschen, begeistern und zum Lachen bringen konnte, wie sie es in diesem Roman tat. Es ist echt der helle Wahnsinn, das man sehr oft an alle möglichen Klischee denkt, wenn man das erste Mal von der Geschichte hört, die Autorin ihre Erzählung aber einfach nur durchweg originell gestaltet hat! Ich bin echt hin und weg gewesen :)

Das Buch fängt schon einfach genial an. Es wird sehr spannend und geheimnisvoll. Die Atmosphäre ist sofort da und durch den tollen Schreibstil der Autorin gerät man schnell in den ich-kann-es-nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Bann. Mara war ein Charakter, den ich von Anfang an sehr mochte. Sie hat eine leicht zugängliche Art und hinter ihrer Fassade steckt so viel mehr, als man ahnen kann. Dadurch, das sie ein schreckliches Unglück überlebt hat und ihr viele Erinnerungen daran fehlen, hat sie viele Probleme, die schwer auf ihrer Seele lasten und sie nicht zum typischen gut gelaunten Mädchen macht, das man sonst so durch eine Romantasy Geschichte begleitet. Der Roman ist aus ihrer Sicht geschrieben, wodurch man ihr Innenleben hautnah mitverfolgt und ihr Charakter sehr greifbar wird. Es gibt zwar viele Geschichten, die in dieser Schreibweise vorlieb nehmen, aber hier war die Art und Weise, wie die Autorin Maras Gedanken geschildert hat, doch sehr außergewöhnlich. Ich würde sagen, das Wort ungefiltert, trifft es ganz gut. Zu sich selber ist Mara nämlich immer ehrlich, was viele Situationen, besonders die mit Noah sehr amüsant gemacht hat.

Da wären wir wohl bei dem Pluspunkt der Geschichte: Noah, Maras Love Interest! Dieser Kerl war einfach von der ersten Begegnung an, mein absoluter Favorit. Man erwartet einfach so viel, von dem gut aussehenden und beliebten Jungen, dabei ist er so ganz anders, als alle Vorstellungen, die ich von ihm hatte. In dem Moment, als er den Mund aufgemacht hat, wusste ich – auch ich muss ihn irgendwann lieben :P Er ist sarkastisch, selbstbewusst, mitfühlend, und so verdammt schlagfertig, dass er alle anderen Charaktere in den Schatten stellt, oft sogar Mara selbst. Noah schleicht sich mit so viel Charme und Witz in Maras Leben, das ich gar nicht genug von ihren Unterhaltungen bekommen konnte! Ich musste laut loslachen, musste mit trauern und an einigen Stellen, geht es einfach nur heißt her ;)

Demnach beschäftigt sich die Geschichte sehr viel mit der Beziehung der beiden und übernimmt teilweise den Plot komplett. Das hat mir ausnahmsweise aber sehr, sehr gut gefallen, weil eben die beiden Protagonisten so sympathisch waren und ihre Geschichte so herrlich witzig und fesselnd geschrieben ist. Neben der Entwicklung der Charaktere, stehen natürlich auch Maras Vergangenheit im Vordergrund. Bei der Suche nach Antworten wird es oftmals sehr düster und auch blutig. Mara erlebt nämlich so einige seltsame Dinge, die wie sich wie kleine Schocker durch die Geschichte ziehen. Besonders aufregend war dabei das Ende, welches noch einen daraufgesetzt hat und ein guter Höhepunkt war. Was ich auch sehr mochte war, das die Autorin die Geschichte hat ausklingen lassen...das heißt sie endete nicht unbedingt in einem Cliffhänger, man muss aber trotz dieses letzten Satzes unbedingt wissen, wie es denn nun mit Mara und Noah weiter geht.

Das paranormale Element in diesem Roman ist übrigens nicht ganz so neu, wie ich es mir zu Beginn gewünscht hätte, ABER die Autorin hat sich auch hier wieder einiges einfallen lassen, um Klischees geschickt zu umgehen. Allgemein fand ich die ganze Geschichte sehr originell erzählt, weil ich mich dabei bestens unterhalten gefühlt habe. Im Buch gibt es einfach so viele Konflikte und es geht so viel um Gefühle und Geheimnisse, das einem nie langweilig wird. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen!

Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch wäre, das mir manche Szenen ein wenig zu schnell abgehandelt worden sind. Zum Beispiel, gesteht Mara Noah später etwas und dieser kann die Information sofort verarbeiten, wo ein „normaler“ Mensch erst einmal vor den Kopf gestoßen wäre. Auch im Mittelteil des Buches fallen manche Hinweise sozusagen schnell wieder unter den Tisch und ich hätte mir ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, anstatt noch mehr Fokus auf Noah, der die Geschichte öfters zu sehr vereinnahmt, auch, wenn er dabei noch so sympathisch ist.




Überraschend gut und anders, bietet Was geschah mit Mara Dyer? eine hinreißende und außergewöhnliche Lovestory mit viel Mysterium als schmückendes Beiwerk und einem Plot, der fesselt, unterhält und trotz der düsteren Stimmung oft zum Lachen auffordert! Klare Empfehlung an...ALLE! :)





Auf Englisch ist Band zwei bereits erschienen. 
Über die deutsche Übersetzung ist bisher noch nichts bekannt!





Für dieses Rezensionsexemplar! :)


Donnerstag, 21. März 2013

[BUCHREZENSION] Incarceron - Fliehen heißt sterben




Titel: Incarceron – Fliehen heißt sterben
OT: Incarceron
Autor/in: Catherine Fisher
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Incarceron #1









Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.




Deutsch
Gebunden/ 18,99€
Seiten: 480
Verlag: Penhaligon


Englisch
Gebunden/ 14,99€
Taschenbuch/ 7,20€
Seiten: 464
Verlag: Firebird






Eine fantastische Idee, die an einigen Stellen etwas "wackelt"



Kurzbeschreibung

Sein Körper ist gefangen, doch sein Herz ist frei.

Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ...
Buchgestaltung
Trotz minimaler Unterschiede, gefällt mir die deutsche Aufmachung besser. Ich finde das Motiv hier irgendwie gelungener und nicht ganz so vollgestopft wie das Original Dazu kommt, das die Details hier viel besser zur Geltung kommen. Auch der etwas schräge Beititel passt meines Erachtens ziemlich gut. Fliehen heißt nämlich sterben!
Meinung

Man könnte das Buch locker in Dinge aufteilen, die mir gut und nicht so gut gefallen haben. Hier steht es sogar fast 50:50 und das empfinde ich sehr selten bei Fantasybüchern. Incarceron verzaubert besonders von der ersten Seite an durch das wunderbare Setting. Ein Gefängnis, das lebt? Seltsame Stimmen, ganze Clans im Untergrund und der knallharte Kampf ums Überleben, wo doch die Außenwelt denkt, das es den Menschen in Incarceron wunderbar geht, sie sogar in einem Paradies leben...das hat mit unglaublich gut gefallen! Die Idee ist so neu, unverbraucht und herrlich bizarr, das man sie als Leser einfach mögen muss. Ich wurde schnell in den Bann der Geschichte gezogen, die durch die Augen zweier Charaktere erzählt wird. Da gibt es zum einen Finn, welcher als Verbrecher sein Dasein IN Incarceron fristet und nur eines will: Flucht und zum anderen Claudia, die DRAUßEN lebt und nicht den blassesten Schimmer hat, was im Inneren des Gefängnisses vor sich geht.

Eine ganze Weile werden die Ereignisse separat von einander erzählt. Bis Finn und Claudia aufeinander stoßen, vergeht viel Zeit, was allerdings nichts Negatives ist. Die Kapitel, die von Finns Leben erzählen mochte ich am meisten. Ich fand es furchtbar spannend, mehr über das Gefängnis und seine Eigenarten zu lesen. Was die Autorin sich hier hat einfallen lassen, war schlichtweg faszinierend. Zwar bleibt bei den Eigennamen nicht immer alles übersichtlich, aber mit der Zeit, lernt man Gruppen und deren Motive auseinander zu halten und kann zuordnen, wer wohin gehört. Finns Charakter fand ich sehr leicht zugänglich und er hat mir gut gefallen. Zusammen mit seinen Freunden versucht er einen Weg aus dem Gefängnis zu finden. Das ist sein oberstes Ziel und seine Kapitel drehen sich daher um das Enträtseln seiner Identität, seiner Erinnerungen und besonderen Gabe, die ihn oft in Schwierigkeiten bringt. Seine Kapitel waren es auch, die durchweg spannend erzählt waren, weil Finn und Co durch Incarceron einer ständigen Bedrohung ausgesetzt waren, die für den Leser schwer durchschaubar blieb. Man wusste eben so wenig, wie die Charaktere selbst, was man als nächstes zu erwarten hatte – großer Pluspunkt!

Was Claudia anbelangt, so fand ich sie schon etwas stereotypischer. Sie ist das reiche Mädchen, das wohlbehalten aufgewachsen ist und deren Leben durchgeplant ist. Nur durch ihren Lehrer Jared, den ich ganz interessant fand, macht sie sich Gedanken, um die Arbeit ihres Vaters (er ist der Hüter von Incarceron) und dessen Motive, die nicht besonders ehrbar scheinen. Im Vergleich zu Jared verblasste ihre Rolle in der Geschichte ab und ab, was vor allem daran lag, das Claudia selber keine besonderen Talente besitzt, die geholfen haben, die Geheimnisse zu entschlüsseln. Unsympathisch war sie mir auf keinen Fall, ich hätte mir nur etwas mehr Substanz zu ihrer Person gewünscht. Ansonsten waren die Kapitel in der Außenwelt auch sehr gut geschrieben. Durch die zweite Perspektive kann man gut die Absichten der Gegenspieler verfolgen und erfährt etwas mehr über die Welt, in der die Geschichte spielt. Dabei gefiel mir der etwas barocke Touch ganz gut.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich als äußerst angenehm. Catherine Fischer konnte mich dauerhaft mit ihren Wortern mitreißen und auch die größte Zeit fesseln. Dadurch fiel es mir auch sehr leicht, in die Atmosphäre einzutauchen, die in diesem Roman mal etwas mysteriöses, dann wieder etwas ganz und gar gewöhnliches hat.

Was mir sehr gut im Gedächtnis geblieben sind, waren die Nebencharaktere. Man hat deutlich gespürt, das die Autorin sich bemüht hat, diese zu etwas besonderem zu machen. So war z.B. Finns bester Freund nicht immer der liebe und unterstützende Typ und Verbündete stellten sich als Verräter heraus.

Etwas, das mich allerdings sehr enttäuscht hat, waren die Erklärungen oder allgemein die ganze Idee, die hinter dem Roman steckte. Ich hatte immer im Gefühl, das da noch mehr kommen würde. Eine überraschende Wende, ein kleiner Schocker...eben irgendetwas, das bei mir den Wow-Effekt erzielen konnte. Dieser blieb leider aus. Ich fand es etwas schade, dass die Autorin sich nicht mehr Zeit genommen hat, um ihre Idee besser zu strukturieren. Ich habe so viele Fragen zu Incarceron, dessen Entstehung und Funktion oder vielleicht auch der Magie, die darin steckt? Meiner Meinung nach wird dem Leser letzten Endes nur die Idee vor die Nase gesetzt und auch, wenn der Roman in vielerlei Hinsicht spitzen mäßige Antworten bietet, so hat er bei dem eigentlichen Handlungsort etwas versagt.

Außerdem mochte ich das Ende nicht ganz so gerne. Logische Schlussfolgerungen blieben aus, auch, wenn die Autorin hier eine nette Wende eingebaut hat, die der Geschichte einen Spannungshöhepunkt verliehen hat. Das Zusammenkommen der Hauptcharaktere verlief doch anders, als geplant und mir ging es einfach zu schnell. Zum Glück endete das Buch nicht in einem Cliffhänger!

Ansonsten kann ich noch sehr, sehr positiv anmerken, das es hier eben keine 0815 Liebesgeschichte gibt und schon gar nicht zwischen Finn und Claudia – das fand ich sehr überraschend! Wer also Angst hat, hier könnte die Handlung in einer Romanze untergehen, muss sich keine Sorgen machen.




Zusammenfassend ist Incarceron ein unterhaltsamer Roman, der durch ein gutes Setting und vielschichtige Charaktere überzeugen kann. Erklärungen und an einigen Stellen auch die Logik, werden viel der Phantasie des Lesers überlassen, was mir nicht so gut gefiel. Trotz kleiner Schwächen und Längen, mochte ich die Geschichte, weil sie eine neue und faszinierende Idee enthielt. Durch die fehlende Romanze konzentriert sich das Buch ausschließlich auf den Plot, was ich super fand!





Auf Englisch ist Band zwei bereits erschienen.
Über die deutsche Fortsetzung ist noch nichts bekannt!





Für dieses Rezensionsexemplar! :)