Dienstag, 26. November 2013

[BUCHREZENSION] Forever - Das ewige Mädchen


Titel: Forever – Das ewige Mädchen
OT: The Forever Girl
Autor/in: Rebecca Hamilton
Genre: YA, Fantasy, Mystic
Buchreihe: Forever Girl #1
Quelle: Mein Dank gilt...







Rebecca Hamilton schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene, in denen oft das Paranormale eine Hauptrolle spielt. Mit ihrer Familie lebt sie in Florida. Eines ihrer drei Kinder ist autistisch, was die Autorin inspiriert hat, die Welt durch die Augen von Andersdenkenden zu betrachten und sich in Hilfsprojekten zu engagieren.



Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 412
Verlag: Dark Kiss


Englisch
Taschenbuch/ 10,95€
Seiten: 262
Verlag: Immortal Ink





Sehr kreative Umsetzung einer wundervollen Idee,
für meinen Geschmack aber etwas zu langatmig...


Kurzbeschreibung

Hexe! Sophia weiß genau, wie man sie im Dorf nennt. Sie kennt sich ja auch mit okkulten Riten aus und beschwört Geister. Was sie schrecklicher findet als den Hass der Dorfbewohner, ist das immer gegenwärtige Summen in ihrem Kopf, unter dem sie leidet, seit sie achtzehn wurde. Um es endlich zum Schweigen zu bringen, wendet sie einen Zauber an der misslingt. Denn aus dem Summen werden plötzlich flüsternde Stimmen, und dunkle Gestalten erscheinen. Einer von ihnen ist der geheimnisvolle Charles, zu dem Sophia sich magisch hingezogen fühlt. Welchen Fluch sie geweckt hat, erfährt sie erst durch eine alte Schriftrolle: Ihre Vorfahrin Elizabeth war eine Hexe, die mit achtzehn eines grausamen Todes gestorben ist
Buchgestaltung
Die Aufmachung des englischen Verlags trifft leider nicht wirklich meinen Geschmack. Das Buch hat zwar äußerst düstere Seiten, aber mir sieht das Motiv einfach zu sehr nach Gothic aus und nicht wirklich nach Fantasy. Die hellen, märchenhaften Farben bei dem deutschen Cover hingegen wirken sehr mystisch und verspielt. Allgemein schneidet die Aufmachung viel besser bei mir ab, weil ich die Protagonistin mit dem Ganzen in Verbindung bringe. Der Titel wurde sehr gut ausgewählt und passt in beiden Varianten zur Handlung.
Meinung

Einzigartig. Innovativ. Einfach genial! Solche und noch mehr Kommentare habe ich bei mehreren Online-Plattformen über das Werk von Rebecca Hamilton gelesen und sofort bin ich neugierig geworden. Nachdem dem Lesen ist mir klar geworden, dass die ganzen Rezensenten Recht hatten, denn, was die Autorin hier auf die Beine gestellt hat ist ein fantastisches Abenteuer mit Kreaturen und Wesen, die es in dieser Form nirgends gab. Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie die Autorin allem hier ihren eigenen Stempel aufgedrückt hat und die Erklärungen waren von magisch bis hin zu erschütternd wirklich alles. Die ganzen Einfälle, die hier verwendet wurden sind das beste Beispiel dafür, dass es heutzutage eben doch noch richtig gute und solide Geschichten gibt, die mehr zu bieten haben!

Aber zurück auf Anfang. Mir gefiel der Schreibstil von Rebecca Hamilton außergewöhnlich gut. Das ist immer das Erste, was einem als Leser auffällt und hier fiel alles etwas aus dem üblichen Rahmen eines Jugendbuchs. Wir kennen das alle. Jugendbücher sind flüssig und fluffig, aber manchmal steckt hinter den Wörtern eben nicht besonders viel Abwechslung. In dieser Geschichte ist das anders. Die Atmosphäre ist einfach unglaublich schön gewesen. Man wurde davon sofort mitgerissen und durfte sich in ein anderes Jahrhundert entführen lassen. Zumindest kam es mir immer mal wieder so vor, denn im Grunde ist Forever ein Urbanfantasy Buch, dass moderne und alte Elemente ineinander vereint. Wir haben hier Hexen als zentrales Thema, Menschen, die sich gegen Glauben aussprechen oder sich eben davon verleiten lassen Regeln zu brechen und sehr viel Paranormales, dass mal schneller, dann langsamer sein Gesicht offenbart. Der Mix aus den unterschiedlichen Genres ist es wohl auch, der alles so interessant macht. Als Leser braucht man eine Zeit, um sich in dem Setting wiederzufinden, denn man rutscht von einer Party zu einer Zeremonie im Wald oder anderen merkwürdigen Dingen.

Fasziniert habe ich mich immer weiter in die Geschichte vertieft, während uns zuallererst die Protagonistin vorgestellt wird. Ich fand es wunderbar, wie gut alles erklärt wurde und das man hier einfach miterleben konnte, anstatt sich alles in einem Monolog von der Person selbst erklären zu lassen. Wir leben sozusagen den Alltag von Sophia mit und erfahren dabei jede Menge Dinge über sie. Dabei fällt positiv auf, dass mit Sophie mal eine etwas ältere Figur die Hauptrolle übernimmt. DAS WAR SO VERDAMMT ERFRISCHEND – ich kann es nicht oft genug betonen. Endlich bleiben einem mal weinerliche Teenager Probleme erspart und all die Klischee, die wohl inzwischen jedem von uns auf den Senkel gehen, gibt es hier einfach nicht. Stattdessen ist Sophia ein ernster Mensch, der echte Probleme hat und sich deshalb auch konsequent damit auseinandersetzt, was sehr authentisch war. In diesem Buch lösen sich die Konflikte nicht von selbst, hier muss hart dafür gearbeitet werden. Dabei fand ich die Familienkonstellation wirklich spannend und auch den ganzen religiösen Teil, denn...in diesem Roman dreht sich sehr viel um die Wicca Kultur, welche rein gar nichts mit dem Übernatürlichen zu tun hat. Es ist vielmehr ein Glaube oder eine Lebenseinstellung und die Autorin hat ganze Arbeit geleistet, die vielen Szenen und Beschreibungen diesbezüglich zu recherchieren.

Wenn man sich – so wie ich – rein gar nicht mit diesem Thema auskennt, kann man eine ganze Menge darüber lernen. Was ich auch besonders gelungen fand, war der spürbare Respekt für diese Art von Kultur oder allgemein die Einstellung aller Charaktere Religionen/Glauben gegenüber. Die Autorin vermittelt hier die Botschaft, dass man niemanden ausgrenzen sollte oder eben etwas persönlicher, man sich nicht in seinen Ansichten verdrehen lassen sollte, egal, was die Außenwelt dir auch für Einflüsse entgegensetzen möchte. Man hat deutlich herausgelesen, dass die Autorin Bezug zu diesen Empfingen hat oder zumindest selber hinter diesen Aussagen steht.

Zu Beginn kommt die Geschichte schnell ins Rollen. Ehe man sich versieht taucht der geheimnisvolle Charles auf und Sophia findet sich wahrhaftig in einem Kreis aus Hexen, Vampiren und anderen Kreaturen wieder, die alle aus einem bestimmten Grund hinter ihr her sind. Schnell wird es super spannend, möchte man doch wissen, warum es plötzlich heißt Jäger oder Gejagte! Die Idee hinter den ganzen genannten Wesen ist jetzt der Teil, der wahrhaftig innovativ und kreativ war und ich möchte an dieser Stelle auch nichts verraten. Seid euch aber sicher: So etwas gab es noch nie. Gelungen waren zudem die logischen Schlussfolgerungen, die hier immer wieder als Hintergrundgeschichte gesponnen wurden. Einfach richtig, richtig toll!

Die Charaktere waren auch so eine Sache, die ich am Buch geliebt habe. Neben der Protagonistin begegnet uns ein bunter Haufen aus unterschiedlichen Charaktertypen, von der lustigen, besten Freundin bis hin zum charmanten Verbündeten, von dem man nicht weiß, ob er nun Freund oder Feind ist. Langweilig wurde es hier jedenfalls nie. Die Liebesgeschichte hat mir auch gut gefallen, spielte diese sich auf einer erwachsenen Ebene ab, als die sonstigen in anderen YA Büchern. Natürlich macht die Autorin es niemanden leicht, aber verständliche und nachvollziehbare Streits sind ja bekanntlich Mangelware, wenn es um solche Art von Büchern geht xD

Kommen wir zu dem, was ich nicht mochte. Das ist im Verhältnis zu den ganzen Pluspunkten echt wenig, aber für mich viel es dennoch ins Gewicht. Meinem Empfinden nach zog sich das Buch ab der Mitte nämlich schrecklich. Die Handlung wurde teilweise zu detailliert geschildert, wodurch die Spannung verloren ging. Insbesondere die vielen Dialoge zu Erklärungen, die bereits einmal vorgekommen sind haben mir nicht gefallen, weil sie sich teilweise wie Wiederholungen gelesen haben. Etwas schade fand ich auch, dass man lange auf den Show Down warten muss und die Geschichte anstatt danach ihren Abschluss zu finden, noch ein Weilchen vor sich her plätschert. Das mag alles Geschmackssache sein (von anderen habe ich nämlich gehört, das ihnen z.B. der Anfang zu lang vorkam) aber mich hat das einfach gestört. Ein weiterer dieser Punkte war auch der Gegenspieler, dem ich nichts abgewinnen konnte. Das Buch ist zwar eher selten vorhersehbar, aber ich habe mir gewünscht, das die Autorin genauso viele Infos in ihre Bösewichte gesteckt hätte, wie in ihre Hauptfiguren.



Forever – Das ewige Mädchen ist ein toller Auftakt zu einer Reihe, die in neue Gefilde des Genres abtaucht. Die Erklärungen faszinieren, sind logisch und die Fantasy-Aspekte somit mal etwas Neues und Frisches. Sympathische Figuren und ein solider roter Faden machen das Lesen spaßig. Ab der Mitte zieht sich das Ganze leider etwas und im Vergleich zu den Protagonisten, sind die Randfiguren oftmals uninteressant. Super Buch, mit Potenzial nach oben :)



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D