Freitag, 29. November 2013

[BUCHREZENSION] Cold Spell


Titel: -
OT: Cold Spell
Autor/in: Jackson Pearce
Genre: Ya, Fantasy
Buchreihe: Fairytale Retellings #4
Quelle: Kauf :)






Die amerikanische Autorin Jackson Pearce, geboren 1984 in North Carolina, lebt in Atlanta. Sie studierte Englisch und Philosophie und arbeitet als Tanzcoach an einer High School. Als Jackson Pearce zwölf Jahre alt war, setzte sie sich in den Kopf, unbedingt ein Buch lesen zu wollen, in dem ein schlaues Mädchen, Pferde, Tierbabys und Magie eine Rolle spielen - und da sie ein solches nirgendwo finden konnte, begann sie, sich die Geschichte selbst auszudenken und aufzuschreiben. 2009 wurden ihre ersten beiden Romane bei renommierten amerikanischen Verlagen veröffentlicht. Jackson Pearce, die laut eigener Angabe mit einer schielenden Katze und einem Hund, der ein bisschen wie ein Außerirdischer aussieht, zusammenlebt, ist auf Facebook aktiv, twittert unter und unterhält eine Website, auf der sie ihre Gedanken und Videos veröffentlicht.



Deutsch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!

Englisch
Gebunden/ 11,14€
Seiten: 336
Verlag: Little Brown





Typisch Jackson Pearce, aber nicht ihr bestes Werk...


Kurzbeschreibung

Kai and Ginny grew up together--best friends since they could toddle around their building's rooftop rose garden. Now they're seventeen, and their relationship has developed into something sweeter, complete with stolen kisses and plans to someday run away together. But one night, Kai disappears with a mysterious stranger named Mora--a beautiful girl with a dark past and a heart of ice. Refusing to be cast aside, Ginny goes after them and is thrust into a world she never imagined, one filled with monsters and thieves and the idea that love is not enough. If Ginny and Kai survive the journey, will she still be the girl he loved--and moreover, will she still be the girl who loved him?
Buchgestaltung
Obwohl die Covergestaltung innerhalb der Reihe geändert wurde und ich so etwas immer doof finde, mag ich die neuen Cover der Reihe trotzdem sehr gerne. Es sieht nicht nur total schön aus, sondern passt auch perfekt zu dem Märchen, dass Jackson Pearce dieses Mal neu erzählt: Die Schneekönigin. Dabei spielt der Spiegel, der zerbricht eine entscheidende Rolle. Cold Spell ist dazu ein wunderbarer Titel.
Meinung

Ich bin und bleibe ein großer Fan von Jackson Pearce, aber leider muss ich sagen, dass ich dieses Mal etwas enttäuscht wurde. Der Satz kommt mir selber bekannt vor – warum? Weil ich so etwas ähnliches bereits bei Fathomless auch gesagt habe. Im Gegensatz zu dem Vorgängerband der Autorin, finde ich persönlich aber, dass Cold Spell ihre bisher schwächste Leistung ist. Versteht mich nicht falsch, das Buch war gut, ich mochte es aus vielen Gründen, aber mir wurde auch schnell klar, dass es Sisters Red oder Sweetly einfach nicht das Wasser reichen konnte.

Cold Spell erzählt die Geschichte von Ginny und ihrem Freund Kai. Was ich sofort mochte war der Schreibstil, der sich bei dieser Geschichte doch etwas verändert hat. Die kalte Atmosphäre des Märchens war direkt vorhanden und konnte mich in ihren Bann schlagen. Ich war richtig geflasht von der Art und Weise, wie Jackson Pearce hier immer wieder hat Metaphern einfließen lassen, die mit dem Winter gespielt haben. Das Ganze kam sehr magisch und mystisch rüber und das Gefühl die Spannung in der Luft greifen zu können war etwas Besonderes. Man wusste einfach, bald wird etwas ganz, ganz Schlimmes geschehen – und das tat es auch.

Das Wunderbare an Jackson Pearce´ Nacherzählungen sind, dass sie nur minimal an die Originalgeschichten angelehnt sind. Man hat hier nicht wirklich den Überblick, über die Dinge, die als nächstes passieren könnten, weil sich der Plot kaum an den üblichen Handlungsverlauf gehalten hat. Das hat die Geschichte immer wieder interessant gemacht. Natürlich gab es wesentliche Elemente, die eben nicht fehlen durften, um das Märchen erkennbar zu machen und das war auch gut so.

Was ich zum Beispiel gelungen fand, waren die kurzen Kapitel aus der Sicht der Schneekönigin, die Einblick in deren Motive geboten haben, sowie ihre Hintergründe. Ginny sieht sie nämlich ausschließlich als Feindin an, nachdem sie Kai entführt und das war eine gute Methode, um diesen Charakter den Lesern noch etwas näher zu bringen.

Die ganze Liebesgeschichte mit Ginny und Kai war auch sehr süß. Die Autorin ist nicht bekannt dafür eine rosarote Brille zu tragen und das war hier zum Glück auch nicht der Fall. Die beiden sind zwar zusammen und man sieht viel von ihrer Beziehung, aber die Liebesgeschichte ist eben doch nebensächlich. Was ich immer sehr gerne an den Büchern der Autorin mag, sind die vielen Seitenhiebe auf ihre anderen Romane und davon gibt es hier vielleicht sogar zu viel. Ich verstehe durchaus, was die Autorin hier versucht hat und meistens fand ich die Erklärungen gut eingebaut, aber mir persönlich war es einfach ein Tick zu viel. Hier wurde sich zu viel auf Dinge verlassen, die der Leser bereits aus anderen Büchern weiß. Die Fenris, die Jäger etc. das nahm viel Platz ein und war zu jeder Sekunde wichtig, aber irgendwie hat mich das ziemlich oft gestört, weil ich das Gefühl hatte, dass Buch hat eigenständig betrachtet nicht sonderlich viel zu bieten. Es ist schwer zu erklären. Es geschehen einige Ereignisse in Cold Spell, die fesseln und an die Erzählung binden, aber trotzdem hat mir das gewisse Etwas irgendwie gefehlt.

Während der Suche nach Kai hält sich Ginny meiner Meinung nach zu viel mit anderen Dingen bzw. Charakteren auf, die man zwar auf Anhieb mag, aber für die Handlung eigentlich irrelevant sind. Sicher, es kann einen Aha-Effekt auslösen, wenn man plötzlich verschiedene Namen aus verschiedenen Büchern in Verbindung miteinander setzt, aber ich hatte mir einfach mehr erwartet. Ich wollte mehr Spannungspunkte, mehr Tiefgang und auch ein richtiges Finale. All das gab es im Buch einfach nicht. Teilweise plätschert die Story sogar vor sich her, wenn Ginny in Erinnerungen an Kai schwelgt und man zu sehen bekommt, wie er so war.

Vielleicht erklärt aber auch das nächste Buch der Reihe, warum all diese Dinge hier so unheimlich viel Präsenz eingenommen haben. Wer weiß, vielleicht gibt es da einen größeren Plan, von dem ich als Leserin bisher nichts ahnen kann....?

Ginny hingegen ist ein großer Pluspunkt. Mit ihr als Protagonistin hat Jackson Pearce nichts falsch gemacht und bleibt ihrem Stil treu. Eine mutige und kluge Heldin gab es noch in jeder Geschichte der Autorin und dieses Markenzeichen finde ich super. Außerdem wird es wieder gewohnt blutig, weil dieses Märchen eben seine Schattenseiten hat und Ginnys Leben schwebt mehr als einmal in Gefahr. An den Momenten, die also wirklich spannend waren, gab es nichts auszusetzen. Auch die logischen Schlussfolgerungen waren wieder gewohnt durchdacht umgesetzt.



Cold Spell ist durchaus unterhaltsam, aber nicht das beste Buch von Jackson Pearce. Etwas mehr Orientierung am roten Faden und weniger an ihren anderen Büchern, hätte dem Plot gut getan. Eine sympathische Protagonistin und die wahnsinnig tolle Atmosphäre machen das zwar nicht ganz wett, das Buch aber doch einen Blick wert. Wenn man etwas mehr Geduld mitbringt, kommt die Spannung doch noch aus ihrem Loch gekrochen und zwischenzeitlich darf man mit grübeln und raten.



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