Samstag, 4. Mai 2013

[BUCHREZENSION] Die Masken des Morpheus


Titel: -
OT: Die Masken des Morpheus
Autor/in: Ralf Isau
Genre: YA, Fantasy
Buchreihe: Nein!









Ralf Isau wurde 1956 in Berlin geboren. Fantastische Erzählungen begeisterten ihn schon früh, aber sein Interesse für Naturwissenschaft und Technik führte ihn zunächst in die Informatik. Während er in der EDV-Branche arbeitete, schrieb und veröffentlichte er mehrere Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, u.a. die mittlerweile legendäre Neschan-Trilogie. 2002 hängte er die Informatik an den Nagel und widmet sich seitdem ganz der Schriftstellerei.

Inzwischen gilt Ralf Isau als einer der großen fantastischen Autoren Deutschlands. Er hat über 35 Bücher veröffentlicht, und seine Werke wurden in fünfzehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ralf Isau lebt mit seiner Frau bei Stuttgart.





Deutsch
Gebunden/ 17,99€
Seiten: 544
Verlag: cbj


Englisch
Noch nicht erschienen.
Deutsche Originalausgabe!






Wahnsinnig spannend und kunterbunt erzählt!



Kurzbeschreibung

Ein außergewöhnlicher Junge. Ein skrupelloser Seelendieb.

Und ein fantastischer Wettlauf auf Leben und Tod ...

London 1793: Arian Pratt, Akrobat, Illusionist und Zirkusstar, kann es kaum fassen, als er sich während einer Vorstellung plötzlich im Körper eines geheimnisvollen Fremden wiederfindet – und dieser in seinem! Arian nimmt die Verfolgung auf – und wird selbst zum Gejagten. Doch der Junge lässt sich nicht einschüchtern: Er will wissen, wer hinter dem mysteriösen Tausch steckt – und er möchte seinen Körper zurück! Zusammen mit der jungen Mira macht er sich auf eine abenteuerliche Reise und kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur ...
Buchgestaltung
Die Buchgestaltung fällt genau wie bei Ralf Isau´s anderen Büchern einfach richtig genial aus. Selten gibt es Buchcover, die so wunderschön, detailreich Bezug zu der ganzen Story nehmen und dabei was Farben und Ausarbeitung angeht, so stimmig sind. Der Titel passt auch einfach wunderbar – deshalb gehört dieses Buch schon einmal zu meinen Lieblingen, was das Äußere betrifft ;)
Meinung

Die Masken des Morpheus ist das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe. Dabei ist der Name in aller Munde und auch auf meinem Stapel ungelesener Bücher, befinden sich zwei bekannte Werkes des Autors, der weiß, wie er eine gute Geschichte schreiben und aufbauen muss. Ich weiß jedenfalls, das ich den beiden Büchern so schnell wie möglich zu Leibe rücken werde, denn „Die Masken des Morpheus“ konnte mich, bis ein paar kleine Makel rasch überzeugen und in seinen Bann schlagen!

Zunächst einmal habe ich inzwischen ein Faible für Geschichten, die einfach gut recherchiert sind und Ralf Isau hat in seinen Roman so einiges an Historie mit einfließen lassen. So sind einige der interessantesten Nebencharaktere der Buch in Anlehnung an echte Personen entstanden und am Ende findet man sogar ein Glossar vor, in dem erklärt wird, wenn es damals wirklich gab und wen nicht.

Was das Buch meiner Meinung nach besonders aufregend macht ist der schnelle und häufige Ortswechsel, den der Hauptcharakter Arian befindet sich so gut wie immer auf der Flut oder Suche (je nach Betrachtungsweise) und macht dabei an vielen interessanten Orten einen Zwischenstopp. Im Grunde dreht sich die Story um den mysteriösen Mr. M, der zu Beginn der Handlung Arian seinen Körper stiehlt. Warum dem so ist, erfährt der Leser erst nach und nach, als Arian mehr über seine Vergangenheit in Erfahrung bringen kann – und dort lauern so einige Geheimnisse, von denen er sich wünscht, er habe sie im Verborgenen gelassen.

Die Idee, das Arian in einem ganz anderen Körper als seinem eigenen durch die Geschichte spaziert, fand ich äußerst faszinierend. Zu oft werden Charaktere auf ihr Aussehen reduziert und das hat hier einfach nicht gepasst! So lernt man Arians Eigenschaften zu schätzen und auch Charaktere, die ihm auf seiner Reise begegnen, mögen ihn um seinetwillen und aus keinem anderen Grund.

Die Zeit, in der der Roman spielt liegt im späten 17. Jahrhundert und auch das verleiht der Atmosphäre einen ganz besonderen Flair. Ralf Isau schreibt der bildlich und lebendig, weshalb man sich als Leser ein sehr genaues Bild von dem damaligen London und anderen Schauplätzen machen kann. Was ich besonders an seinem Schreibstil mochte, war die Art ohne große Umschweife, das Wichtigste mit in die Erzählung einbinden zu können. Der Roman ist mit seinen über 500 Seiten nämlich sehr lang, aber keineswegs zäh geschrieben. Der Autor weicht auch nie vom Wesentlichen ab oder verliert den roten Faden aus den Augen. Mich hat beeindruckt, wie er über die hunderte von Seiten die vielen kleinen Handlungsstränge so gut verknüpfen konnte – besonders dem Ende entgegen blieb der Aha-Effekt nie aus.

Arians Charakter war mal wieder eine tolle Abwechslung zu all den weiblichen Protagonistinnen, die so überwiegend im Jugendbuch Genre vertreten sind. Allein die Tatsache, das er als Illusionist bzw. Künstler arbeitet, macht seinen Charakter sehr facettenreich, denn er durchschaut viele Tricks und Motive, wo andere leicht verzweifelt wären. Er hat zudem ein sehr beständiges Wesen und bildet daher eine Konstante im Roman, auf die man sich gut verlassen kann, wenn es mal wieder drunter und drüber geht. Ich wurde von ihm nie enttäuscht, sondern vielmehr überrascht, wenn Seiten an ihm zu Tage kamen, die ich so noch nicht kannte. Charakterentwicklung wird hier nämlich ganz groß geschrieben!

Den Dialoge des Romans fehlte es meiner Meinung nach etwas an Humor. Sie waren oft sehr ernst und verzwickt und ab und an, hätte ich mir einfach gewünscht, das der Autor dem Leser etwas mehr Luft zum atmen eingeräumt hätte – wie man so schön sagt. Ein wenig Abhilfe hat der Autor in Form der süßen Liebesgeschichte geschaffen, die uns ab Mitte durch den Roman begleitet und das Ganze etwas auflockert. Auch, wenn die Gefühle und Gedanken, der Charaktere oft nachvollziehbar beschrieben wurden, so waren diese Szenen besonders schön zu lesen, weil man beim Lesen einfach das Gefühl hatte, das ihnen etwas Glück vergönnt wurde.

Das Buch steht, was Action und Spannung angeht, ziemlich hoch im Kurs. Ich war überrascht wie schnell man hier in wilde Verfolgungsjagden und Kämpfe verwickelt wurde und kann euch sagen – der Autor macht kurzen Prozess was Klischees angeht. Vielleicht lag es auch einfach an der Zeitepoche, in der das Ganze spielte, aber ich hatte wirklich selten das Gefühl zu wissen, was als nächstes auf mich zukam! Das war ein wahnsinniger Pluspunkt. Es gab Kapitel, in denen es regelrecht BAM gemacht hat und ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte :)

Ein paar Minuspunkte bekommt das Buch allerdings für den etwas trägen Mitteltreil, der meinen persönlichen Geschmack, was die Handlung betraf, nicht so ganz getroffen hat. Da gab es einige Szenen, die mir nicht gefielen, aber ich möchte nicht spoilern – also steckt eure Nase selber ins Buch! ;)





Ein spannendes Buch, das sich deutlich von anderen Jugendbüchern abgrenzt. Andere Zeit, anderer Schreibstil, andere Ideen – der Name des Autors steht für innovative, gut recherchierte Geschichten, voller fantastischer Wendungen. Mir persönlich war es ab und an etwas too much des Guten, besonders, wenn es um das plotten und planen ging :)






Für dieses Rezensionsexemplar! :)


1 Kommentar:

  1. Wooow das klingt echt genial!! Das muss ich unbedingt auch lesen!! *O* Vielen Dank für's Vorstellen!!

    LG
    Boncuk
    http://kitapkulesi.blogspot.de/

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