Mittwoch, 19. September 2012

[BUCHREZENSION]




Titel: -
OT: Spiel des Lebens
Autor/in: Veit Etzold
Genre: YA, Thriller
Buchreihe: Nein!


 


Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Englische Literatur und Kunstgeschichte am King's College London. Er arbeitete für Medienunternehmen, Banken, in der Unternehmensberatung und an Universitäten in Berlin, Frankfurt, London, New York und Barcelona. Veit Etzold lebt in Berlin.



Deutsch
Broschiert/ 14,99€
Seiten: 349
Verlag: INK


Englisch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!


Flotte Lektüre mit vielen Schwächen.


Kurzbeschreibung

Willkommen im Spiel des Lebens, Emily. Du hast die Wahl. Sieg oder Tod, liest Emily völlig fassungslos auf dem zerknüllten Zettel in ihrer Hand, und damit geht der Horror los. Ein Psychopath jagt sie durch ganz London und stellt sie vor unbegreifliche Rätsel. Falls sie diese nicht in der vorgegebenen Zeit löst, gibt es einen Toten. Der Killer treibt Emily an den Rand des Wahnsinns. Wer ist dieser Irre? Und warum hat er ausgerechnet sie für sein mörderisches Spiel ausgewählt?

Buchgestaltung

Die Aufmachung des Buches finde ich sehr gelungen. Das Motiv passt zur Geschichte, hebt sich von anderen Jugendbüchern ab und der lila Kontrast gefällt mir einfach super, nicht zuletzt, weil Lila meine Lieblingsfarbe ist :P Der Titel Spiel des Lebens ist meiner Meinung nach aber ein bisschen zu dramatisch für den Inhalt des Buches. Der Fremde, der Emily bedroht nennt das Spiel zwar „Spiel des Lebens“ aber in mir hat der Titel irgendwie die Hoffnung aber mehr Brutalität und Spannung geweckt ß wie das klingt xD Besonders toll und einzigartig ist der Seitenschnitt des Buches, auf welchen das Motiv der Stadt London aufgedruckt wurde.

Meinung

Von einem Thriller erwartet ich vor allem eines: Spannung, Spannung, Spannung. Ich lese zwar nicht oft Thriller, bin aber durchaus Fan dieses Genres und habe sehr viele atemraubende Bücher aus diesem Bereich gelesen. Bei Jugendbücher ist es schon irgendwie klar, dass diese auf einem etwas anderen Level spielen, das sie eine jüngere Zielgruppe ansprechen, aber ich bin mir selbst Wochen nach dem Lesen des Buches noch nicht ganz sicher, ob dieses wirklich den Titel Thriller verdient hat. Meiner Meinung nach liest es sich eher wie ein Jugendbuch mit Mystery Element.

Was mir absolut nicht an dem Roman gefallen hat war der Schreibstil, der oftmals emotionslos auf mich wirkte und dessen Beschreibungen, sowohl der Orte, als auch der Personen immer sehr farblos waren. Ich kann hier zwar nicht von mir auf die Allgemeinheit schließen, aber im Großen und Ganzen, denke ich schon, dass die Geschichte so einiges an Unterhaltungswert verloren hat. Emily ist einfach die typische Protagonistin, die plötzlich in einer gefährlichen Situation steckt, in diesem Fall dem Spiel des Lebens, indem ein unbekannter sie und ihre Freunde bedroht.

Emily stand ich die meiste Zeit sehr neutral gegenüber. Ich mochte sie nicht sonderlich, aber ich konnte ihre Handlungen durchaus nachvollziehen und weinerlich oder gar nervig war sie nicht. Es war interessant die Geschichte aus ihrer Sicht mitzuverfolgen, auch, wenn Emily die meiste Zeit auf mich gewirkt hat, als wäre ihr das alles egal. Wo wir zum zweiten Punk kommen, der mir nicht gefallen hat. Die Atmosphäre hat einfach gefehlt. Der Roman plätscherte vor sich her und trotz vieler Drohungen und brenzliger Situationen fühlte es sich beim Lesen eher wie ein Tatsachenbericht, als wie ein fesselnder Plot an. Der Autor hat viele gute Ideen und passable Wendungen in die Handlung eingebaut, sodass einem beim Lesen eigentlich nie langweilig wird, aber die zu erwatende Spannung fehlte gänzlich.

Besonders ab Mitte des Buches, einer Zeit, in der ich viele Fragen zum Geschehen hatte, wurden diese fast immer mit halben Antworten abgespeist, worunter die Logik doch sehr gelitten hat. Bei anderen Romanen des Genres hatte ich immer das Gefühl, das der Realitätssinn, z.B. im Bezug auf die Polizeiarbeit sehr authentisch war, was sicher einigen Nachforschungen der Autoren zu verdanken war. Beim Spiel des Lebens gewann ich den Eindruck, als würde der Autor die vielen Motive der Nebencharaktere, bzw. deren Arbeit nur anreißen und das hat mir nicht gereicht. Teilweise war es mir unbegreiflich, wie Emilys Eltern und die Beamten bzw. Ihre Bodyguards sich verhalten haben.

Das Ende des Buches hatte eine Auflösung parat, die ich als sehr banal empfand. Meiner Meinung nach ist alles immer sehr unglaubwürdig, wenn man nicht wenigstens einmal die Chance hat, um hinter die Motive des Täters zu blicken, der in diesem Fall eine Person war, die die ganze Zeit außen vor gelassen wurde und keine einzige Erwähnung im Buch fand. Der Versuch anderen Charakteren die Schuld zu zuweisen, war daher vergebens, denn wer kauft Tätern ihr böses Ich ab, wenn sie doch eigentlich gar keinen Grund dazu haben? Kein Mensch wird einfach so zu einem Mörder oder Verrückten oder was auch immer…

Obwohl das alles nicht gerade für den Roman spricht, so habe ich das Lesen doch  ein wenig genossen. Das Buch hat mir kurzweilige Unterhaltung geboten, mich an vielen Stellen amüsiert und es war sehr rasch und einfach zu lesen. Besonders, die vielen Ortswechsel, die dazu führten, das Emily sich mit Gefahren konfrontiert sah, fand ich gelungen. Als Emilys Hund in Gefahr war, musste ich sogar mitfiebern xD


Für Leser, die keine Thriller Erfahrung haben, hat das Buch sicher einiges zu bieten, Das Konzept ist für ein flottes Lesevergnügen ausreichend, die Ideen abwechslungsreich, wenn auch eher selten spannend. Mir hat der Roman aufgrund der fehlenden Emotionen und mangelnden Atmosphäre nicht so gut gefallen. Empfehlung? Schwer zu sagen. Ich denke, dass kann man gut anhand der Leseprobe entscheiden.


5/10



 Für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Irgendwie reizt mich das Buch weniger und ich denke, es bleibt auch erst einmal dabei. Ich lese nicht viele Thriller, aber wenn, dann darf die Spannung wirklich im Vordergrund stehen und eine mitfiebernde Atmosphäre gehört dann einfach dazu - sehr gut beschrieben! Ich denke also, nö, dass muss ich nicht gelesen haben, wenngleich das Buch ja auch seine guten Seiten zu haben scheint. Danke für die ausführliche wie schön ausgearbeitete Rezi!

    Liebe Grüße
    Reni

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  2. @Reni: Mich hat es schon gereizt, weil ich die Beschreibung sehr verlockend fand! Aber ich habe bisher auch nur wenige Jugendbuch Thriller gelesen und der hier war nicht mein Fall. Manchmal versteh ich gar nicht, was die anderen Leser an dem Buch finden :/ Ich denke auch nicht wirklich, dass du es mögen würdest! ;)

    Liebe Grüße,
    Tanja

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