Samstag, 25. August 2012

[BUCHREZENSION]



Titel: Syrenka: Fluch der Meere
OT: Monstrous Beauty
Autor/in: Elizabeth Fama
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Nein!


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?


 
Ich konnte leider nichts Genaueres finden.




Deutsch
Gebunden/ 18,99€
Seiten: 416
Verlag: ArsEdition


Englisch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 304
Verlag: Farrax Straus & Giroux



ABSOLUT nicht mein Buch…


Kurzbeschreibung

1872: Die schöne Sirene Syrenka verliebt sich in den jungen Naturwissenschaftlicher Ezra und folgt ihm an Land. Doch diese Entscheidung, aus Liebe getroffen, zieht ungeahnte und tödliche Konsequenzen nach sich. 140 Jahre später trifft die 17jährige Halbwaise Hester am Strand einen mysteriösen Fremden und fühlt sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Je näher sie ihm jedoch kommt, desto mehr traurige Geheimnisse ihrer Familie werden ans Land gespült. Ist etwa ein Fluch schuld daran, dass jede Frau ihrer Familie drei Tage nach der Geburt ihrer ersten Tochter stirbt?  Die Antworten warten auf dem Friedhof, der Krypta und auf dem Grund des Meeres auf das junge Mädchen. Dunkle Mächte lassen jedoch nichts unversucht, um Hesters Verbindung zu Syrenka und der furchtbaren Tragödie, die vor so vielen Jahren geschah, im Dunkel der Tiefe verborgen zu halten.

Buchgestaltung

Das deutsche Cover gefällt mir wirklich gut! Durch die Farben und Effekte wirkt das Motiv einfach besonders hübsch und der Titel passt auch sehr viel besser als der originale. Auch die Aufmachung im Inneren des Buches ist toll! Hier wurde sich Mühe mit der Gestaltung gegeben und die gewählte Schriftart ist sehr schnell zu lesen.

Das englische Motiv wirkt vielleicht etwas geheimnisvoller, dadurch, das man Syrenkas Gesicht nicht sieht, aber meiner Meinung nach ist das ganze Cover zu düster für die Geschichte, obwohl der Titel dafür ebenfalls gut passt.

Meinung

Eigentlich hätte mir das Buch gefallen müssen. Eigentlich. Eine Sirene, Morde, das Zusammenspiel aus der Gegenwart und Vergangenheit und die vielen kleinen Rätsel, aber leider…Nein. Schon bereits nach den ersten Kapiteln habe ich deutlich gespürt, dass hier nicht einmal ein klitzekleines Fünkchen auf mich überspringen will. Ich hatte von Anfang an ein riesiges Problem mit dem Schreibstil der Autorin. Die Sätze erschienen mir die meiste Zeit unvollständig, abgehackt und dadurch war die Stimmung des Buches meiner Meinung nach gehetzt und abrupt.

Fast bis zum Schluss des Buches war für mich richtig unverständlich, wohin die Geschichte führen soll und die Suche nach einem roten Faden war zwar nicht ganz vergebens, aber dennoch sehr verwirrend. Ich habe aber zuvor auch nicht den Klappentext gelesen und daher erschlossen sich mir die Zusammenhänge in der sehr plumpen Auflösung erst im lauwarmen Finale des Buches. An sich waren die vielen „Rückblenden“ nämlich recht spannend gestaltet. Als Leser versucht man die Ereignisse der Vergangenheit mit der Erlebnissen von Hester in Verbindung zu bringen. Leider wird hier nach dem Liefern einiger Hinweise doch sofort klar, um welche Verbindung es sich in dieser Hinsicht handelt und die vielen Nebenhandlungen und Alltagszenen, die die Story schmücken sollten, wirkten auf mich eher wie Lückenfüller um den recht dünnen Plot. Wenn ihr nämlich den Klappentext lest, dann könnt ihr eigentlich nicht wirklich mehr an Handlung erwarten.

Dazu kommt, dass man immer wieder in die Geschichte hineingeworfen wird, ohne viele Antworten auf die Umstände der Handlung, der Orte oder der Charaktere zu bekommen. Mir war z.B. erst zum Schluss wirklich klar, wie alt Hester ist. Es gibt sehr wenige Beschreibungen zur Umgebung, Erklärungen oder Hintergrundgeschichten, die den Plot irgendwie stützen konnten. Besonders die flüchtig gehalten Auftritte aller Nebenpersonen empfand ich als richtig nervtötend. Kaum wurde der Name genannt, schwups waren die Leute auch schon wieder aus dem Bilde. Der mysteriöse Fremde, dem Hester begegnet ist auch nichts anderes als dies und Hester selber konnte nur durch die Abwesenheit von Eigenschaften glänzen. Die Gute war, um es mal nett auszudrücken schlichtweg langweilig. Es gab absolut nichts, das sie meiner Meinung nach ausgemacht hat oder für die Geschichte wertvoll bzw. von Bedeutung. Jeder hätte ihre Rolle spielen können.

So blieb das Leseerlebnis für mich eine Abfolge aus zäher Handlung und eindimensionalen Charakteren, deren Dialoge mich richtig eingeschläfert haben. Hin und wieder gab es „glorreiche Momente“ in denen ich dachte, der Roman würde eine Wende nehmen, aber die Autorin bleib ihrem Stil treu, der mir in keiner Hinsicht zugesagt hat. Zum Ende hin, machte mich dennoch die Recherche von Hester einigermaßen neugierig und das Zusammentreffen beider Geschichten war durchaus nicht schlecht gemacht, aber da zu diesem Zeitpunkt schon mehr aus deutlich war, was geschehen würde, konnte mich auch das Finale, das ich allerhöchstens als lauwarm bezeichnen würde, nicht überzeugen.

Währen des Lesen gewann ich zudem oft den Eindruck, das die Autorin absichtlich interessante Ansätze einbaut, um diese nicht weiter auszuführen, was mich richtig wütend gemacht hat ;P 


An sich war die Idee viel versprechend, aber das Potenzial wurde meines Erachtens nicht ausgeschöpft. So bleibt bei mir Ernüchterung und große Enttäuschung zurück. Ein Roman der gestreckt ist, platte Figuren aufweist und mit keinerlei Twists überzeugen kann. Dazu kommt, dass der Schreibstil die die Erzählweise richtig an meinen Nerven gezerrt haben.

Ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass der Roman vielen Lesern gefallen wird, die auf grob gestrickte Geschichten zum Zeitvertreib stehen. Vielleicht waren die verfluchten Erwartungen auch mal wieder zu hoch, denn bekanntlich stürzt man ja umso tiefer ab, je höher man klettert ;P Mit dieser überaus schlechten Metapher zum Abschluss, biete ich jetzt allen Interessierten das Buch zum Tausch an xD


2/10



Kommentare:

  1. Okay, jetzt habe ich sie endlich auch lesen dürfen. Ich hatte wirklich keinerlei Erwartung an das Buch. Ich war durch den Klappentext und die verschiedenen Beschreibungen beim Verlag und Amazon einfach nur neugierig.
    Mir ging es aber schon öfter so wie dir: Eigentlich sollte man sich jegliche Erwartung verkneifen :-(

    Aber du hast deine Kritik sehr schön beschrieben... Schade nur, dass es so viel davon gegeben hat :-)

    Glg
    Steffi

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  2. Ok, 2/10 Punkten und dann noch deine Worte dazu. Ich glaube, da wir in letzter Zeit oftmals ähnlich denken, werde ich an dieser Stelle dann mal auf dieses Leseerlebnis verzichten. Ich bin mir nämlich sicher, dass ich ähnliche Probleme bekommen könnte. Zudem habe ich mit solchen Sirenen oder auch Meerjungfrauen Romanen bisher wenig Glück gehabt. Deshalb sage ich: danke für diese aufschlussreiche wie schöne Rezi!

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. @Steffi & Kay: Ihr schreibt immer so nette Sachen, selbst zu nicht so tollen Rezensionen ^^ Immer positiv denken, was?! :D Ich werde das Buch einfach mit jemandem tauschen oder es an jemanden weiter reichen, der dann mehr davon hat ;)

    Aber wo kämen wir denn hin, wenn wir keine Erwartungen mehr hätten? Zumal diese auch übertroffen werden, wenn auch eher selten...

    @Reni: Ich könnte dir bei Bedarf, das Buch gerne ausleihen oder so ^^ Aber ich glaube, dass du schon richtig liegst, wenn du denkst, es könnte dir nicht gefallen ;) Ich bin auch sehr verblüfft, wie sehr unsere Meinungen in letzter Zeit überein stimmen ;P

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