Mittwoch, 23. Mai 2012

[BUCHREZENSION]


Titel: Die Auserwählte
OT: Struck
Autor/in: Jennifer Bosworth
Genre: YA Fantasy, „Endzeit“
Buchreihe: Struck #1


Englisch Schwierigkeitsgrad: B







Jennifer Bosworth lives in Los Angeles, California, where lightning hardly ever strikes, but when it does she takes cover. She is the writer half of a writer/director team with her husband, Ryan Bosworth. Learn more about her at http://www.jenniferbosworth.com.



Deutsch
Taschenbuch/ 12,90€
Seiten: 440
Verlag: Goldmann


Erscheint am 18. Februar 2013!

Englisch
Gebunden/ 13,50€
Taschenbuch/ 12,99€
Seiten: 373
Verlag: Farrar Straus



 Schlecht ist anders, überzeugend aber auch...


Kurzbeschreibung

Mia Price liebt es, vom Blitz getroffen zu werden. Es löst in ihr eine überwältigende Energie aus, nach der sie sich immer öfter sehnt. Als aber ein gewaltiges Erdbeben ihre Heimat Los Angeles fast komplett zerstört, geht es nur noch ums Überleben. Im Chaos der Nachbeben werben zwei rivalisierende fanatische Gruppen um Gefolgsleute. Beide versprechen, dass nur ihre Anhänger den nahenden Weltuntergang überleben werden, und beide wollen Mia auf ihre Seite ziehen. Ist sie etwa die Schlüsselfigur der bevorstehenden Apokalypse?

Buchgestaltung

Ich = Absoluter Fan des englischen Covers! Ich liebe es einfach. Das ganze Motiv hat es mir echt angetan und ich wünschte mir, dass dieses Cover auch gehalten hätte, was es verspricht. Ich finde der Goldmann Verlag hat ein bisschen übertrieben, was die Umgestaltung angeht. Mir gefällt die schlichtere Originalversion viel besser. 

Auch der deutsche Titel „die Auserwählte“ ist richtig 0/8/15. Natürlich ist es schwer „Struck“ zu übersetzten, aber dennoch, da hätte man mehr draus machen können!

Meinung

Wunderschönes Cover bedeutet nicht immer Top Inhalt, das ist schon eine goldene Regeln, was Bücher betrifft und leider trifft es auch auf Struck zu. Die vielen eher negativen Vorabrezensionen haben mich meine Erwartungen ganz schön runter schrauben lassen, dabei habe ich fast sehnsüchtig auf Struck gewartet.

Klingt die Idee nicht toll, neu und unverbraucht? Oh ja. Ich war auch richtig begeistert von dem genialen Prolog, der für mich das Beste am Buch war. Es ist eine Szene, in der Mia beschreibt, wie es ist vom Blitz getroffen zu werden und das ganze hat solche Atmosphäre aufkommen lassen, das ich mich riesig auf die Geschichte gefreut habe.

Im Prinzip ist Struck kein schlechtes Buch. Es ist weder schlecht oder holprig geschrieben, es langweilt einen auch nicht zu Tode oder die Charaktere rauben einen den letzten Nerv, dafür ist Struck aber vor allem eines: Handlungsarm.

Die Geschichte dreht sich um Mia, die zwischen zwei Fronten steht. Nach einem verheerenden Erdbeeren ist die ganze Stadt durchgedreht und hat sich in zwei Fraktionen gespalten, die Anhänger eines Propheten = Religions-Fanatiker und eine andere, deren Name mir gerade entfallen ist :O Jedenfalls, sind diese Leute Menschen mit gewissen Begabungen, ausgelöst durch den Schlag eines Blitzes. Beide Seiten wollen ihre Anhängerschaft vergrößern, weil beide Seiten damit rechnen, dass der Welt bald die Apokalypse bevorsteht. Dazu gibt es natürlich die passende Prophezeiung, über ein Mädchen, das im Angesicht eines Sturms, die Welt entweder retten oder vernichten wird. Und dieses Mädchen ist Mia, weshalb ständig Personen beider Parteien die Gute auf ihre Seite ziehen wollen.

So, damit wäre der gesamte Inhalt des Romans zusammen gefasst und ganz ehrlich, nach dem Lesen dieser paar Sätze, müsstet ihr das Buch nicht einmal mehr lesen, um es zu kennen. Der Roman zieht sich einfach ungeheuer in die Länge. Es geschieht bis über die Hälfte der Seiten kaum etwas. Mia begegnet Anhängern beider Seiten, redet mit ihnen, lässt sich nicht auf diese ein und ansonsten verläuft der Plot sehr platt. Die Welt, in der die Geschichte spielt ist keinesfalls etwas Besonderes. Es ist unsere Welt, nach einer Naturkatastrophe, die aber nicht viel bewirkt hat. Die Menschen leben fast normal weiter. Bis auf Essensknappheit gibt es hier keine Bedrohung.

Unendlich lange habe ich vergebens auf ein wenig Aktion oder ein paar Wendungen gewartet, aber selbst, als Mia sich sozusagen für eine Seite entscheidet folgt das ganzer eher Logiklücken als irgendeinem Sinn dahinter. Es ist nämlich so, das die Begabten, ihr versprechen ihre Familie in Ruhe zu lassen, wenn sie sich ihnen anschließt. Ihr Bruder wurde vorher nämlich von denen belästigt und Mia stimmt zu. Zu blöd nur, das ihr Bruder sich aber aus freien Stücken diesen Leuten anschließen will, weshalb geht Mia also trotzdem zu ihnen, wenn diese doch nichts mehr gegen sie in der Hand haben? Das ist nur eines der vielen Beispiele…

Die ständigen Dialoge und das Auftauchen der Jünger des Propheten und dem ganzen Religionszeug konnte ich rein gar nichts abgewinnen. Nach einiger Zeit hat es einfach nur noch gestört, weil andauernd die Rede von Erlösung, Gottes Willen und dem Ende der Welt, dem Himmel und der Hölle ist. GÄHN! Die andere Partei hingegen kommt eher selten vor und über diese erfährt man kaum etwas. Ich meine, da hätte man was draus machen können, oder? Menschen mit besonderen Gaben sind doch immer irgendwie interessant…

Dann gibt es da noch Charaktere, die alle versuchen sich in Oberflächlichkeit und Plattheit zu übertreffen. Selbst Mia, die Protagonistin tut kaum etwas, damit der Leser sie sympathisch findet. Ihre ständig umkämpften und angepriesenen Kräfte zeigt sie KEIN EINZIGES MAL…außer am Schluss auf sage und schreibe 5 Seiten. Andere Charaktere konnten mich auch Null überzeugen. Dann gibt’s da noch Jeremy, der Love-Interest von Mia. Zu gute halten kann man dem Buch auf alle Fälle, das es hier kein doofes Liebesdreieck gibt, aber verständlich ist das auch. Wer zur Hölle sollte sich auch für dermaßen langweilige und fast einfältige Menschen interessieren?

Das die Liebesgeschichte Null nachvollziehbar ist, habt ihr sicher schon erraten.

Das Ende des Buches kann mit einem klitzekleinen Funken Spannung aufwarten, der aber leider, wie alles andere von den Religions-Fanatikern überschattet wird. Was das ganze zum Schluss hin alles sollte ist mir immer noch ein Rätsel. Zumindest kann man damit zufrieden sein, das es keinen Cliffhänger gibt und man Buch 1 so getrost zu den abgebrochenen Reihen ohne Potenzial stellen kann.


Schlecht ist anders, überzeugend aber auch. Eine sehr zähe, sehr oberflächliche Geschichte, die nicht hält, was sie verspricht, kaum Fantasy oder Dystopie/Endzeit Elemente bietet und so gar nicht spannend sein will. Von lesenwert oder empfehlenswert ist dieser Roman Lichtjahre entfernt.

3/10


 Eine Fortsetzung ist für nächstes Jahr geplant. Genaueres ist noch unbekannt.



Kommentare:

  1. Schade :( Dabei stand das Buch bisher auf meiner Wunschliste ... o.O Vielleicht werde ich es mir zu einem späteren Zeitpunkt auf Deutsch holen ;)
    Übrigens: Ich weiß genau was du mit verheerenden Erdbeeren meinst ;D Im Sommer zwingen die mich mit ihrer Macht auch immer in die Knie: Lecker, Lecker ;D
    Spaß ;D Aber im Kontext ist es witzig xD
    Ich muss dir recht geben, das englische Cover sieht absolut genial aus, obwohl das deutsche Cover (bis auf den Titel) auch durchaus gelungen ist :)

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    1. haha :D ich habs verstanden ;)
      naja, ausleihen würde auch noch gehen xD

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  2. Oh weh, arme Tanja :( Das Buch hörte sich wirklich vielversprechend an, aber vor allem die Handlungsarmut lässt mich nun einen Bogen darum machen. Im Moment nervt mich nichts mehr, als wenn es einfach nicht vorwärts geht.

    Danke dir für deine aufklärende Rezi!

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  3. Oh neeeein :o
    Das Buch hatte mich am Anfang soo angesprochen. Aber deine Rezi zeigt ja, wie ein Klappentext und das Cover jemanden irren können.
    Aber ich will es i-wie auch selbst lesen, um mir meine eigene Meinung bilden zu können.
    Ist aber eine echt schöne Rezension ;)

    xoxo

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  4. Hach... schade... es hat sich so gut angehört (aber tun das die Klappentexte nicht immer?) -__-
    Bewundernswert, wie die Verlage es schaffen, auch das schlechteste bzw. durchschnittlichste Buch so gut zu vermarkten...

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  5. Okay, das Buch befindet sich eigentlich auf meiner WuLi und die Buchidee mit den Blitzen klingt schon höchst aufregend. Aber was du hier beschreibst, ist nicht wirklich erbaulich. Dabei wird im deutschen Verlagsprogramm ja noch mit "Panem" verglichen/geworben. Wenn ich das jetzt richtig in Verbindung bringe. Ich behalte "Die Auserwählte" interessenhalber mal im Auge und warte dann beim Deutschlandstart mal die ersten Meinungen ab. Eine tolle und ausführliche Rezi. So mag ich das! :)

    Liebe Grüße
    Reni

    P. S. ein wirklich traumhaftes Design. :)

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    1. ach, immer diese vergleiche mit panem, ganz schrecklich! wann werden die verlage endlich begreifen, das diese werbemaßnahmen bei solchen büchern vergebens sind? -.-

      und danke für das kompliment :D

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