Dienstag, 1. Mai 2012

[BUCHREZENSION]



Titel: Vergissdeinnicht
OT: Entangled
Autor/in: Cat Clarke
Genre: YA, Mystery
Buchreihe: ?


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?







Geboren in Sambia ist Cat Clarke im Heimatland ihrer Eltern, in Schottland, aufgewachsen. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der Universität Edinburgh Geschichtswissenschaften. Nach verschiedenen Jobversuchen stand schnell für Cat Clarke fest, dass sie mit Büchern arbeiten möchte und sie zog nach London, wo sie zunächst im Marketingbereich für Kinderbücher tätig war. Nachdem sie erfolgreich selbst Kinderbücher verfasste, beschloss sie, sich an einen Roman zu wagen. Mit "Vergissmeinnicht" erscheint im Frühjahr 2012 ihr Romandebüt in deutscher Sprache.



Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 288
Verlag: Lübbe



Englisch
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 371
Verlag: Quercus



Außergewöhnlich und vorhersehbar!


Kurzbeschreibung

Ein weißer Raum. Und nichts darin als ein Tisch, Stapel von Papier und Stifte. Und Grace. Sie weiß nicht, wie sie in diesen Raum gekommen ist, sie weiß nicht, warum sie dort ist. Und wie sie jemals wieder aus dem endlosen Weiß entfliehen kann. Um nicht verrückt zu werden, beginnt sie, ihre Gedanken niederzuschreiben. Ganz allmählich setzt sich dabei das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammen - und Grace spürt: Um sich befreien zu können, muss sie die ganze Wahrheit über sich selbst herausfinden...

Buchgestaltung

Also ich persönlich finde das deutsche Cover sehr viel passender, als das Englische. Das schlichte weiß, spiegelt Grace´ Zustand ziemlich gut wieder und erfasst diese ganze „eingesperrt in einem weißen Raum Sache“ sehr gut. Mir gefällt auch der deutsche Titel um einiges besser, obwohl „Entangled“ in jeder Hinsicht zutrifft.

Vergissdeinnicht klingt aber sehr viel besser in meinen Ohren, weil es schließlich um die Selbstfindung und das Vergessen eines Lebens geht, das es gab/nicht gab. Vergessen spielt schließlich auch eine sehr große Rolle im Roman.

Meinung

Der Roman ist in vielerlei Hinsicht wirklich eine gelungene Geschichte, die mit einer ziemlich guten Idee beeindrucken kann, aber für meinen Geschmack ist das ganze wirklich durchgehend auf einem Handlungstechnischen Level der Vorhersehbarkeit, das zumindest mich oft gereizt hat. Es nimmt einer Geschichte einfach so viel Spannung und Potenzial, wenn am Ende alles auf das zuläuft, was man von Anfang an abgeschätzt hat. Daher habe ich zum Ende hin irgendwie die Lust am Buch verloren. Wenn ich nur die erste Hälfte bewerten müsste, aber tjaaaa…

Das Buch erzählt zwei Handlungsstränge, wobei Grace dabei den Mittelpunkt darstellt. Sie ist ein ziemlich gewöhnungsbedürftiger Charakter, gewöhnungsbedürftig im Sinne von seltsam, beängstigend und vielleicht sogar verstört? Ich hatte jedenfalls meine Probleme mit diesem Mädchen, das ein einziges wandelndes Problem ist. Was z.B. direkt zu Beginn des Buches durch ihren Selbstmordversuch klar wird. Dadurch, dass Grace aber so „anders“ ist wirkt ihr Charakter aber auch sehr interessant. Man möchte hinter die Fassade blicken, möchte herausfinden, was ihr zugestoßen ist, möchte wissen, woran sie sich nicht erinnern kann…die größte Frage von allen dabei ist: wer ist Ethan?

Damit beschäftigt sich das Buch, wie die Geschichten der beiden miteinander verworren sind und was für eine Beziehung hinter der Bindung der beiden steckt. Eine ganze Zeit lang ist das furchtbar spannend. Der Schreibstil schafft eine tolle melancholische und bedrückende Atmosphäre. Die ganze Gefühlswelt von Grace ist eindrucksvoll beschrieben und hat mir sehr gut gefallen. Es war unheimlich und traurig und man kämpft mit Grace mit. Themen wie Freundschaft, Verlust, Liebe und Vertrauen und unzähligen anderen Dingen regen oft zum Nachdenken an.

Leider wirkt das Ganze oftmals sehr Teenie-lastig, aber das ist eben Teil der Geschichte, das Drama und all die Sorgen…das Leiden und die Auflösung. Für mich persönlich wurde das Buch dadurch aber zuweilen schlechter. Die Unkompliziertheit der Dinge, hat die bereits zuvor erwähnte Vorhersehbarkeit an die Oberfläche getrieben und mir wirklich die Spannung zerstört. Am Ende des Buches saß ich wirklich da und dachte: im Ernst jetzt? Ich war wirklich etwas enttäuscht, weil mir das Buch anfangs so gut gefallen hat und dann so abschwächte.


Hinter den wenigen Seiten steckt eine Art Roadmovie des Gefühlsauf – und abs mit jeder Menge Potenzial. Die Hintergründe des Buches schneiden ernste Themen an und je mehr die Personen sich ihren Gefühlen stellen umso authentischer wird alles…dennoch bleiben viele auffällige Schwächen und ein Ende, das mir nicht gefallen hat.


6,5/10



 Für dieses Rezensionsexemplar! :)



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